Sein Debüt als Filmregisseur feierte Schleinzer 2011

Toronto Filmfestival: Markus Schleinzer stellt “Angelo” vor

Samstag, 08. September 2018 | 09:00 Uhr

Markus Schleinzer gehört zu den umtriebigsten Vertretern der österreichischen Filmbranche. Geboren am 8. November 1971, ist der Wiener heute einer der erfolgreichsten Caster der Branche, auch selbst als Schauspieler erfolgreich, nun zum zweiten Mal als Regisseur im Kino vertreten und nicht zuletzt als Autor präsent. Beim Toronto Filmfestival stellt er “Angelo” erstmals vor.

Nach seinen Kindheits- und Jugendjahren in Wien reüssierte Schleinzer zunächst als Schauspieler und hatte etwa in Wolfgang Murnbergers “Ich gelobe” 1995 einen Auftritt, dem sich Werke wie Antonin Svobodas “Immer nie am Meer” (2007) oder Benjamin Heisenbergs Erfolgsarbeit “Der Räuber” (2010) anschlossen. Da war Schleinzer bereits als Castingdirektor etabliert, der bis heute in weit über 60 Produktionen für die Kinoleinwand oder das Fernsehen das Ensemble zusammenstellte. So war der Filmschaffende etwa für Stefan Ruzowitzkys Oscarfilm “Die Fälscher”, Ulrich Seidls “Hundstage” oder Michael Hanekes “Das weiße Band” engagiert. Daneben war Schleinzer vereinzelt auch am Theater zu sehen. Im Grazer Theater am Ortweinplatz spielte er 2003 in Constanze Dennigs “Extasy Rave” einen Moderator, 2005 im von der gleichen Autorin stammenden “Demokratie” einen ÖVP-Politiker am Literaturhaus.

Sein eigenes Debüt als Filmregisseur, für das er auch das Drehbuch beisteuerte, feierte Schleinzer 2011 mit dem heiß diskutierten Werk “Michael”. Im Zentrum steht hier ein von Michael Fuith gespielter Mann, der einen kleinen Buben (David Rauchenberger) gefangen hält. Mit seinem Erstling wurde Schleinzer als einziger deutschsprachiger Beitrag sogleich in den Wettbewerb von Cannes geladen. Auch wenn er dort keinen Preis gewann, konnte “Michael” anschließend beim renommierten Max-Ophüls-Preis reüssieren.

Mit seiner zweiten Kinoarbeit “Angelo” ist Markus Schleinzer nun zur Weltpremiere nicht in Cannes, sondern in Toronto beim 31. International Filmfestival. Dort feiert das an der Biografie des “Hofmohren” Angelo Soliman orientierte Essay am morgigen Sonntag Premiere im Plattform-Bewerb. Die Europapremiere folgt dann Ende des Monats in San Sebastian, rittert der Schleinzer-Film doch um die Goldene Muschel mit.

(S E R V I C E – www.tiff.net)

Von: apa