Pine war bei der Eröffnung äußerst gefragt

Toronto Filmfestival mit Chris Pine als Schottenkönig

Freitag, 07. September 2018 | 10:08 Uhr

Verbannt und legendär: Schottenkönig Robert I. versucht im 14. Jahrhundert, die Kontrolle über sein Land wiederzugewinnen, nachdem König Edward I. von England ihn als Gesetzlosen ins Exil geschickt hat. Sein heldenhafter Kampf um Schottland wird von dem historischen Epos “Outlaw King” nachgezeichnet, das Donnerstagabend das 43. Toronto International Film Festival (TIFF) eröffnet hat.

Zur Weltpremiere schritten unter anderem Hauptdarsteller Chris Pine und Aaron Taylor-Johnson, sowie Regisseur David Mackenzie (“Hell or High Water”) über den roten Teppich. “Wir freuen uns, der erste schottische Film zu sein, der das TIFF jemals eröffnet hat”, sagte Mackenzie nach der Premiere von einer von acht Netflix-Produktionen des Festivals. “Wir wollten einen unterhaltsamen und actionreichen Festival-Start, und diese Geschichte ist voller Dramatik, Spannung, Romantik und Abenteuer”, sagte TIFF-Chef Piers Handling der dpa.

Zehn Tage lang werden in der kanadischen Metropole 342 Filme präsentiert, darunter aus österreichischer Perspektive vor allem interessant die Weltpremiere von Markus Schleinzers lange erwartetem zweiten Spielfilm “Angelo” am Samstag, der danach beim 66. Filmfestival San Sebastian um die Goldene Muschel rittern wird. Das an der Lebensgeschichte des Schwarzen Angelo Soliman im Wien des 18. Jahrhunderts orientierte, philosophische Essay wird im Plattform-Bewerb mitkämpfen. Schleinzer hat eine Geschichte über Identität, Selbstfindung und das Anderssein geschaffen, wobei er auf Stars wie Alba Rohrwacher, Lukas Miko oder Gerti Drassl zurückgreifen kann.

Bei den internationalen Weltpremieren werden unter anderem politische Filme wie “If Beale Street Could Talk” von “Moonlight”-Regisseur Barry Jenkins mit Spannung erwartet. Bereits am Donnerstagabend zu sehen war Michael Moores “Fahrenheit 11/9”. In seinem neuen Dokumentarfilm vergleicht der routinierte Provokateur Moore US-Präsident Donald Trump mit Adolf Hitler. “Fahrenheit 11/9” untersucht die mutmaßlichen Mächte, die in Moores Augen hinter der Wahl des neuen Staatsoberhaupts 2016 standen, was er mit Deutschland in den 1930ern vergleicht.

Der Filmemacher erklomm nach der Projektion die Bühne mit einigen jener Schüler an der Seite, die nach dem Massaker an ihrer Schule die landesweiten Proteste gegen Waffen initiiert hatten. “Wir befinden uns in einem Krieg darum, unser Land zurückzuholen”, so Moore bei der Filmpremiere martialisch: “Wer das nicht versteht, wird von den Folgen der kommenden Jahre unter Donald Trump bitter enttäuscht werden.”

“Unsere diesjährige Auswahl an Filmen zeigt vor allem, dass das Kino lebendig, gesund und engagierter ist als jemals zuvor”, sagte Cameron Bailey, TIFFs künstlerischer Direktor, der 2019 gemeinsam mit Joana Vicente das Ruder des Filmfestes von Handling übernehmen wird. “Das Filmgeschäft verändert sich, wenn wir Änderungen vornehmen”, so Bailey. Das TIFF werde sich auch weiter darum bemühen, mehr Filme von Frauen zu präsentieren und Probleme von Minderheiten in den Vordergrund zu stellen.

In Toronto angekündigt haben sich unter anderem Stars wie Julia Roberts, Nicole Kidman, Salma Hayek und Alec Baldwin. Insgesamt werden beim diesjährigen Festival 342 Filme aus 83 Ländern gezeigt, darunter über 138 Weltpremieren. Anstatt einer Jury wählt beim TIFF das Publikum den Gewinnerfilm, der am 16. September bekannt gegeben wird.

Von: APA/dpa