Chucho Valdes und Gonzalo Rubalcaba im Konzerthaus

Valdes und Rubalcaba verliehen in Wien Konzert-Pianos Flügel

Donnerstag, 08. März 2018 | 10:11 Uhr

Zwei Bösendorfer und zwei Virtuosen allein auf der Bühne, das reicht für einen perfekten Abend im Wiener Konzerthaus völlig – wenn die Musiker Chucho Valdes und Gonzalo Rubalcaba heißen, so wie am Mittwoch. Die beiden Kubaner brillierten an den Tasten mit Geläufigkeit und Eleganz, fernab vom mittlerweile etwas abgenützten Buena Vista Social Club-Klischee.

Urgestein Chucho Valdes ist 76, Gonzalo Rubalcaba 54 – die beiden repräsentieren also zwei Generationen kubanischer Musik. Der in jedem Sinn große Valdes war mit seinen beiden legendären Formationen Irakere und den Afro-Cuban Messengers jahrzehntelang quasi als Musik-Botschafter in der Welt unterwegs, obwohl er eben nicht Teil des Buena Vista-“Clubs” gewesen ist. Ein ganz starkes Bindeglied gibt es allerdings schon: Sängerin Omara Portoundo, die einzige Frau in Ry Coopers Buena Vista-Produktion, hat ungezählte Konzerte mit Valdes bestritten.

Der “junge” Rubalcaba ist quasi “The next generation”, arbeitete mit Stars wie Dizzie Gillespie, Charly Haden und Jack DeJohnette. Übrigens: Gonzalo durfte schon während seiner Studienzeit mit einem der ganz Großen unter Kubas Musikern spielen: einem gewissen Chucho Valdes.

Heute hört man natürlich den afro-kubanischen Background der beiden deutlich, aber insgesamt klangen Valdes und Rubalcaba am Mittwochabend auf der Konzerthausbühne eher jazzig – jedenfalls aber brillant und souverän. Mit welcher Leichtigkeit der 76-jährige Valdes immer noch über die Tasten wirbelt, beeindruckt ebenso wie seine Lockerheit und sein ansteckendes Lächeln.

Rubalcaba stand dem Meister um nichts nach: Das Piano-Duo spielte sich mit totaler Harmonie durch die Kompositionen – eigene wie auch u.a. von Moises Simons und Ernesto Lecuona – und verlieh beiden Pianos musikalische Flügel. Das Programm hieß sehr treffend “Trance”.

Und manchmal darf es dann sogar ein kleiner Ausflug in einen Standard sein, so etwa beim Solo-Part von Chucho Valdes, der sich mit einem musikalischen Augenzwinkern in Harold Arlens “Over The Rainbow” aus dem Hollywood-Schinken “The Wizard Of Oz” hineinklimperte. Und vor allem natürlich bei der mitreißenden Zugabe: Duke Ellingtons “Caravan”.

Von: apa