Traditionelles Gruppenfoto der Nominierten

Vorgeschmack auf die Oscars beim “Lunch der Nominierten”

Dienstag, 06. Februar 2018 | 09:21 Uhr

Noch vier Wochen sind es bis zur Oscar-Verleihung, doch die Nominierten haben am Montag schon einen Vorgeschmack auf die Preisgala bekommen. Zum traditionellen “Lunch der Nominierten” im Beverly Hilton Hotel erschienen viele Filmschaffende, die auf Oscar-Gold hoffen können – etwa Meryl Streep, Saoirse Ronan, Margot Robbie, Willem Dafoe, Daniel Kaluuya, Steven Spielberg und Guillermo del Toro.

Für das traditionelle Gruppenfoto stellten sich die Gäste neben einer Oscar-Statue auf. Nach Angaben der Filmakademie wurden mehr als 175 Nominierte erwartet. Zur Stärkung gab es Seebarsch mit Spargel, edle Desserts und Champagner. Hollywoods Trophäen-Gala geht am 4. März zum 90. Mal über die Bühne.

Für ein paar Stunden kein Wettkampf, keine Konkurrenz: Die deutschen Regisseure Jan Lachauer und Jakob Schuh sind schon zum zweiten Mal dabei. “Profis sind wir damit nicht”, scherzt Lachauer. “Aber wir konnten es entspannter angehen und uns auf das Essen und das lustige Zusammensein konzentrieren”. Die gebürtigen Münchner sind mit ihrem Trickfilm “Revolting Rhymes” (“Es war einmal…nach Roald Dahl”) für einen Oscar in der Sparte “Animierter Kurzfilm” nominiert. Beide waren schon früher für Kurzfilm-Oscars im Rennen.

Kaum ein Star lässt sich den “Oscar Luncheon” entgehen. Willem Dafoe, Octavia Spencer, Guillermo del Toro, Daniel Kaluuya, Saoirse Ronan, Margot Robbie laufen über den roten Teppich, neben den weniger bekannten Gesichtern: Bühnenbildner sind dabei, Kameraleute, Spezialeffekte-Macher und Kurzfilmer. Auch die Hamburg-Media-School-Absolventin Katja Benrath feiert mit. Mit ihrem in Kenia gedrehten Film “Watu Wote/All Of Us” ist sie in der Kategorie “Live-Action-Kurzfilm” nominiert.

“Es ist auf jeden Fall locker”, versichern Schuh und Lachauer. So seien sie einfach auf Gary Oldman (“Darkest Hour”) zugegangen und hätten sich vorgestellt und ein Foto gemacht.

Man stärkt sich beim Lunch mit Seebarsch, Spargel, edlen Desserts und Champagner, und erhält Ratschläge für die Oscar-Gala, wie Lachauer erzählt. Der Komiker Patton Oswalt habe ihnen scherzhaft eingeschärft, man sollte bei der Dankesrede auf der Oscar-Bühne auf keinen Fall sagen, dass man überrascht sei.

Akademie-Chef John Bailey schlägt einen ernsteren Ton an. Die Oscar-Akademie sei derzeit in einem riesigen Wandel, sagt er mit Blick auf die #MeToo-Debatte. Man sei gerade dabei, die verknöcherten Strukturen von Hollywoods schlimmsten Missbrauch aus der Welt zu schaffen. Die Organisation bemüht sich um mehr Vielfalt und hat schärfere Richtlinien gegen Sexismus und Diskriminierung geschaffen.

Von: APA/dpa