Halyna Hutchins starb bei den Dreharbeiten

Waffenexperte nach Unfall: “Hollywood muss umdenken”

Samstag, 23. Oktober 2021 | 11:11 Uhr

Nach dem tragischen Vorfall bei Dreharbeiten mit Schauspielstar Alec Baldwin in den USA hat der deutsche Waffenexperte Lars Winkelsdorf ein Umdenken in Hollywood gefordert. “Der Umgang mit Waffen, wie er in Filmen gezeigt wird, ist nicht nur unrealistisch, er ist tatsächlich gefährlich fahrlässig, und die Unfallrisiken bei solchen Dreharbeiten sind exzessiv hoch”, sagte der Journalist und Dozent für Waffensachkunde am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

“Dass hier nicht bereits in der Vergangenheit Sicherheitsmaßnahmen etabliert wurden durch die Filmproduktionen, halte ich für unverantwortlich, und Hollywood wird hier umdenken müssen”, so Winkelsdorf. Maßnahmen könnten beispielsweise Schutzwesten, Helme oder der bewusste Verzicht auf bestimmte Kamera-Einstellungen und Perspektiven sein.

Baldwin hatte beim Dreh eines Westerns mit einer Requisitenwaffe geschossen und dabei zwei Menschen getroffen. Die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins wurde nach Angaben der Polizei von Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico vom Donnerstagabend (Ortszeit) tödlich verletzt. Regisseur Joel Souza (48) kam verletzt in ein Krankenhaus.

“Bei Dreharbeiten gerade für Hollywood-Produktionen verwendet man häufig spezielle pyrotechnische Platzpatronen, damit eben nicht scharfe Projektile verfeuert werden”, sagte Waffenexperte Winkelsdorf. “Tatsächlich werden Filmwaffen so abgeändert, das scharfe Munition nicht mehr verfeuert werden kann.” Dafür werde eine spezielle Düse in den Lauf der Waffe eingeschraubt – “damit die Technik funktioniert und damit das Mündungsfeuer entsprechend langsam und beeindruckend aus der Waffe abgeblasen wird”.

Diese Düse sei aber eben nur eingeschraubt. “Sobald das Gewinde reißt, haben sie es wieder mit einem Geschoss zu tun, das nun unkontrolliert aus der Waffe fliegt, und das war vermutlich die Unfallursache”, sagte Winkelsdorf. “Wenn diese Gasdüse sich in Bewegung setzt, dann ist das nicht wie bei einer Patrone, dass sich ein gezielter Schuss in Bewegung setzt, sondern man hat es eher mit einer Schrapnell-Wirkung ähnlich wie bei einer Mine zu tun. Und es ist nicht vorhersagbar, ob dieses Geschoss jetzt im 45-Grad-Winkel aus der Waffe fliegt, oder möglicherweise auch im 60-Grad-Winkel. Man kann den Gefahrenbereich überhaupt nicht mehr vorhersagen.”

Von: APA/dpa

Kommentare

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7 Kommentare auf "Waffenexperte nach Unfall: “Hollywood muss umdenken”"


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Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Jaja klar Hollywood muss umdenken, nicht etwa die Hälfte der Amerikaner, die der Meinung sind der Besitz von Kriegswaffen für jedermann sei ein Menschenrecht. 

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 13 Tage

dafür braucht es wieder einen Supergscheiten,versteht doch jeder Normaldenkende dass Waffen sorgfälligst gehandhabt werden müssen.
Wenn eine inerte Waffe nicht fachgemäs gefertigt wurde dann ist genauso verantwortliche Schlamperei im Spiel,dafür braucht es keine Nixperten die sich dazu äußern.

NanuNana
NanuNana
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Artikel gelesen?! 🤦‍♀️🤦‍♀️🤦‍♀️

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 13 Tage

Jawohl gelesen wahrscheinlich versteht du nicht was ich geschrieben habe ,andernfalls kann deine Frage nur von einem Kesselflickerei Befürworter kommen ,nochmals was soll der Schwachsinn ??

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

…immer noch unklar, ob die tatsächlich am Filmset mit Patronen geladenen echten Waffen hantieren, und nicht mit Platzpatronen…

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Echte Patronen haben auf einem Filmset nix verloren !

Es ist wohl eher davon auszugehen dass da was mit der Platzpatrone schief gelaufen ist.

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 12 Tage

@6079_Smith_W ..da bin ich mir nicht mehr so sicher…mittlerweile deutet alles darauf hin, dass die Waffe echt geladen war…unglaublich…
😒

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