"Squid Game" - keine Serie wird derzeit häufiger gestreamt

Wirbel um südkoreanisches Todesspiel “Squid Game”

Mittwoch, 13. Oktober 2021 | 16:10 Uhr

Keine Serie wird derzeit so häufig gestreamt wie die Netflix-Produktion “Squid Game” aus Südkorea. In den neun Folgen regiert der Kampf ums Überleben: Knapp 500 hochverschuldete Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen treten in scheinbar harmlosen Kinderspielen gegeneinander an, um ein Preisgeld in Millionenhöhe zu gewinnen. Doch der makabere Wettbewerb duldet keine zweite Chance: Wer es nicht in die nächste Runde schafft, wird umgehend getötet.

International hat die Serie ein riesiges Publikum begeistert, nicht nur im Westen, auch etwa in der Volksrepublik China. Auf der Onlineplattform Weibo, einem Mikroblogging Dienst vergleichbar mit Twitter, haben laut Medienberichten mehr als zwei Milliarden User den Hashtag zu “Squid Game” angeklickt. Dabei ist die Serie in Chinas streng reguliertem Internet offiziell gar nicht erhältlich.

Die ganz offensichtliche Piraterie mit “Squid Game” entwickelte sich schlussendlich zum diplomatischen Streitfall: Jang Ha-sung, Südkoreas Botschafter in Peking, hat laut Angaben des koreanischen Senders KBS von den chinesischen Behörden verlangt, gegen File-Sharing-Seiten einzugreifen, die die Serie illegal verbreiten.

“Squid Game” ist die bisher erfolgreichste Netflix-Produktion mit den höchsten Zuschauerzahlen. Laut Unternehmensangaben erreichte die Serie 111 Mio. Fans nach nur knapp einem Monat seit der Premiere am 17. September. Der vorherige Rekordhalter war das britische Kostümdrama “Bridgerton” gewesen, das ab Dezember 2020 in den ersten 28 Tagen von 82 Millionen Zuschauern gestreamt worden war.

Der große Erfolg von “Squid Game” hat zudem zu einem deutlich gesteigerten Interesse am Erlernen der koreanischen Sprache geführt. Anfang Oktober gab das Unternehmen “Duolingo”, das Onlinesprachkurse anbietet, bekannt, dass man in den USA seit Serienstart von “Squid Game” im September 40 Prozent mehr Nutzer für Koreanischkurse registriert als noch im Vorjahreszeitraum.

Doch auch zu unschönen Nachahmereffekten ist es bereits gekommen. Laut Medienberichten haben Schüler an einer Schule im belgischen Erquelinnes ihre Version der Serie nachgespielt, wobei die Verlierer regelrecht verprügelt wurden. Die Schulleitung musste sich schließlich per Facebook an die Eltern der Schüler wenden.

In seinem Heimatland hat “Squid Game” vor allem wegen seiner offenen Gesellschaftskritik den Zeitgeist getroffen. “Ein Grund, warum das rekordverdächtige Hitdrama von Netflix bei so vielen Menschen Anklang fand, ist, dass es auch ein sozialer Kommentar zu realen Vorfällen in Korea ist”, schreibt etwa die Tageszeitung “Korea Herald”.

Wachsende Ungleichheit, Diskriminierung sozialer Minderheiten und ein extremer Leistungsdruck: Fast alle großen Gesellschaftsprobleme werden in “Squid Game” aufgegriffen. In einem Interview sagte Regisseur Hwang Dong-hyuk, dass er das “Überlebensspiel als eine Metapher, eine Parabel für die moderne kapitalistische Gesellschaft” darstellen wollte.

Dass die derzeit erfolgreichste Serie ausgerechnet aus Südkorea kommt, ist kein Zufall. Die Regierung in Seoul fördert seit Ende der 90er Jahre gezielt den Kulturexport als wirtschaftliche Wachstumsbranche. Zuletzt hatte das Land große, internationale Erfolge hervorgebracht, allen voran mit der Boyband BTS.

(S E R V I C E – www.netflix.com/at/title/81040344)

Von: APA/dpa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Wirbel um südkoreanisches Todesspiel “Squid Game”"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Karl
Karl
Universalgelehrter
5 Tage 4 h

Wenn  dieser Mist von Südkorea als  “Kulturexport” angeschaut wird  kann man  sehen wie tief der Fall der Menschheit sein kann( und  das nicht nur in Südkorea) . ES geht dabei Südkorea sich nicht um Kultur sondern natürlich  einzig und allein um das GELD.  :-)))

schneidigozoggla
schneidigozoggla
Superredner
4 Tage 12 Min

Oh Karl hosch du des eigntlich gschaug oddo willschdo lei deine Rassistische Meinung kund gebm? Leit de sich inmischn fa eppans wo se ettamol beswcheid wissn, se isch schun mehr eppans wos in Fall der Menschheit zoag

brunner
brunner
Universalgelehrter
4 Tage 19 h

Ein größerer Mist als der andere…kranke Gesellschaft!

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
5 Tage 2 h

“Kulturexport” Südkoreas ?
Todesmarsch. “Der Roman spielt in der – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung [1979] – nahen Zukunft. Die Menschen dieser Zukunft sind verarmt, die Macht hat das Militär, an dessen Spitze der sogenannte „Major“ steht. Dieser „Major“ organisiert jährlich einen „Todesmarsch“, bei dem aus einhundert ausgewählten Kandidaten nur einer überlebt.
An dem Wettkampf nehmen nur männliche Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren teil. Die Regeln sind einfach: Jeder Läufer, der viermal (drei Warnungen) in Folge unter vier Meilen pro Stunde (ca. 6,4 km/h) Schrittgeschwindigkeit läuft, wird erschossen. Dem Sieger des Todesmarschs winkt lebenslanger Luxus.”

Todesmarsch (Roman) – Wikipedia

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
5 Tage 50 Sek

Ist das die nächste Stufe von Hunger Games 🤔

schneidigozoggla
schneidigozoggla
Superredner
3 Tage 22 h

Wers et gschaug hot sollat et gscheide redn

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