Cluzet ist seit vielen Jahren abstinent

“Ziemlich beste Freunde”-Star Francois Cluzet wird 63

Freitag, 21. September 2018 | 14:08 Uhr

Der sagenhafte Erfolg von “Ziemlich beste Freunde” (2011) hat in Frankreich zu einem beispiellosen Komödien-Boom geführt. Und die Geschichte einer verrückten Freundschaft machte die Hauptdarsteller Omar Sy und François Cluzet international bekannt. Da gehörte Cluzet in Frankreich längst zu den Top-Schauspielern, auch wenn sein Weg bisweilen steinig war. Am 21. September wird Cluzet 63.

Jacques Brel erweckte in François Cluzet den Wunsch, Schauspieler zu werden. Der 13-Jährige war von den Emotionen überwältigt, die Brel in dem Stück “Don Quichotte” am Théâtre des Champs-Elysées zeigte – und ihm wurde schlagartig klar: “Das ist es, was ich machen werde”, sagte er im Interview der Zeitschrift “Psychologies”.

Die Schauspielerei war für ihn auch eine Möglichkeit, seiner ganzen Misere zu entfliehen. “Ich war ein unglückliches Kind, weil mich die Depression meines Vaters erdrückte”, sagte er. Die Mutter hatte die Familie schon früh verlassen, zusammen mit seinem Vater und dem Bruder wuchs er in einem Hinterhofzimmer ohne Heizung auf.

Die Gelegenheit ergriff er am Schopf: Nach einer Ausbildung an der Schauspielschule Cours Simon feierte François Cluzet schon bald erste Erfolge am Theater – Kino und das Fernsehen sollten bald folgen. Doch im Rausch des Erfolges verlor sich Cluzet immer mehr an den Alkohol.

Erst als die Rollenangebote immer dürftiger wurden und er Gefahr lief, den Traum seiner Kindheit aus den Augen zu verlieren, zog er einen radikalen Schlussstrich. “Ich bin ins beste Restaurant von Paris gegangen und habe mir den teuersten Wein auf der Karte bestellt, einen Château Petrus. Das war mein letztes Glas – bis heute”, sagte er vor einiger Zeit dem “Stern”. Viele, viele Jahre liegt das jetzt schon zurück.

François Cluzet hat mit den Großen des französischen Kinos zusammengearbeitet. Mit Bertrand Tavernier drehte er den Jazz-Film “Round Midnight” (1986), für Claude Chabrol ging er als eifersüchtiger Ehemann, der komplett den Kontakt zur Realität verliert, durch “Die Hölle” (1994) und in “Kleine wahre Lügen” (2011) von Guillaume Canet gehört er zu einer Gruppe von Freunden, die sich ihren Lebenslügen stellen müssen.

Zuletzt kam François Cluzet mit “Ein Dorf zieht blank” in die Kinos. In der Komödie spielt er einen Bürgermeister in der Normandie, der die dortigen Bauern überreden will, sich für das Fotoprojekt eines prominenten Künstlers ausziehen. So soll dem notleidenden Dorf die nötige mediale Aufmerksamkeit zuteil werden.

Von: APA/dpa

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