Waffen-Konstrukteur Kalaschnikow mit seiner AK-47

100 Jahre Kalaschnikow: Patriotismus-Unterricht in Russland

Samstag, 02. November 2019 | 08:00 Uhr

100 Jahre nach der Geburt des Waffenkonstrukteurs Michail Kalaschnikow (1919-2013) sollen Schulen in Russland Mädchen und Buben zu Patriotismus erziehen. Das Bildungsministerium in Moskau veröffentlichte ein Unterrichtsmaterial für Lehrer, wie sie Kinder am besten im Geist des Waffenbauers erziehen.

Empfohlen werden mit Blick auf das Jubiläum fragwürdige Unterrichtsstunden zu Ehren Kalaschnikows, wie etwa die Zeitung “Kommersant” am Mittwoch berichtete. Am 10. November wäre er 100 Jahre alt geworden.

In der Handreichung heißt es etwa, “dass mit dem Sturmgewehr Kalaschnikow mehr Menschen getötet wurden, als durch Artilleriefeuer, Luftbombardierungen und Raketenbeschuss. Jedes Jahr sterben durch die AK-Geschosse eine Viertel Million Menschen. Bisher hat kein Konstrukteur Vergleichbares geschafft.” Der russische Präsident Wladimir Putin hatte bereits 2016 per Erlass festgelegt, dass das Andenken an Kalaschnikow besonders gepflegt werden solle.

Ziel des Unterrichts ist es der Handreichung zufolge, die Kinder zu Stolz auf ihr Land zu erziehen. Kritiker bemängeln aber eine Militarisierung der Erziehung in Russland – und ein insgesamt kriegerisches Verständnis von Patriotismus. Sie kritisieren, dass Patriotismus in russischen Schulen vor allem mit Waffen in Verbindung gebracht werde – und nicht mit den großen kulturellen und wissenschaftlichen Errungenschaften Russlands.

Vermittelt wird Kalaschnikow, der 2013 im Alter von 94 Jahren starb, auch als Buchautor und Verfasser von Gedichten. Das Lehrmaterial ist für alle Klassenstufen gedacht. Empfohlen wird unter anderem auch das Auseinanderbauen und Zusammensetzen von Maschinenpistolen – allerdings nicht nach Zeit wie früher in der Sowjetunion.

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "100 Jahre Kalaschnikow: Patriotismus-Unterricht in Russland"


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Popeye
Popeye
Universalgelehrter
9 Tage 23 h

Ein eiserner Vorhang bildet sich.
Putin ist und bleibt ein Sovjet Spion der dementsprechend handelt.

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
9 Tage 23 h

Ist auch besser so, denn sollte Russland auseinanderbrechen, dann gute Nacht Europa!

peterle
peterle
Universalgelehrter
9 Tage 16 h

@Dagobert
Russland wird nicht auseinanderbrechen. Was aber passieren wird ist dass Russland und China sich „verbrüdern“. Dann sicher ist Europa als Ami Diener schlecht aufgestellt.

Laempel
Laempel
Tratscher
9 Tage 21 h

Als Waffenapostel sollte man erst dann stolz auftreten, wenn man eine Waffe erfunden hat, die alles, was sie anrichtet, auch wieder rückgängig und ungeschehen machen kann. Eine Kalaschnikow ist aber noch meilenweit davon entfernt. Also schäm dich, hier post mortem noch so zu protzen! Mit Waffen Unheil anrichten wird immer leichter, aber das damit angerichtete Unheil wieder gut machen kann niemand. Eine fatale Einbahn, die mit Sicherheit in die Sackgasse führt. Aber viele glauben es ja besser zu wissen.

Mikeman
Mikeman
Kinig
9 Tage 21 h

@ Popeye
Abgesehen von diesem Schmarrn um Kalaschnikow können die wenigsten oder besser gesagt kaum ein Politiker Putin auch nur annähernd das Wasser reichen.

MarkusKoell
MarkusKoell
Grünschnabel
9 Tage 20 h

Ich mag ja den Putin aber der Typ ist auch nicht schlecht viel Erfolg und gute Geschäfte 👍😉

iuhui
iuhui
Kinig
9 Tage 17 h

gute Geschäfte mit dem Töten? Unsere Gesellschaft ist definitiv Richtung Abgrund!!

nightrider
nightrider
Superredner
9 Tage 23 h

Hätten auch dazuschreiben sollen dass er arm gestorben ist.

tschonwehn
tschonwehn
Tratscher
9 Tage 20 h

Toll, Ziel erreicht: solche Leute als Vorbild für die Jugend hinzustellen. Den (verkappten) Kommunisten ist doch jedes Mittel recht.

Savonarola
9 Tage 19 h

snami Bog i AK

Grantelbart
Grantelbart
Tratscher
9 Tage 20 h

Nächste Stunde dann: Molotov Cocktails, Mixtur und Wurftechnik für Anfänger! 🙈

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