Eurofighter vor dem Steiermark-Heißluftballon

150.000 kamen zum Auftakt der Airpower-Flugshow in Zeltweg

Freitag, 02. September 2016 | 15:54 Uhr

Mit einem Überflug eines Eurofighters, eines Alpha Jets der Flying Bulls sowie dem Grünen Steiermark-Herz-Ballon und drei Pilatus PC-6 Flugzeugen ist die zweitägige Flugshow Airpower am Freitagvormittag im steirischen Zeltweg unter wolkenlosem Himmel eröffnet worden. 240 Fluggeräte sollen an die 300.000 Besucher anlocken. Der Anreiseverkehr war schon in der Früh zäh, Staus blieben nicht aus.

Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) sagte bei der Eröffnung, die Airpower sei ein ganz wichtiges Asset für die Region. “Das Geld kommt als mehrfacher Faktor in die Region zurück. Die Veranstaltung ist ein Garant für wirtschaftliche Stabilität und Aufschwung, das Land Steiermark dabei ein verlässlicher Partner”. Sein Dank gehe auch an “Didi Mateschitz und Red Bull für die fliegerische Darstellung”. Die Red-Bull-Beteiligung sorge auch dafür, dass man die Flugshow weiter veranstalten könne.

Laut Doskozil soll es die Airpower auch künftig geben. Auf einen möglichen Zwei- oder Drei-Jahres-Rhythmus wollte er sich nicht festlegen, zumal Österreichs EU-Vorsitz durch den “Brexit” auf 2018 vorgezogen werde. Die genaue Planung für folgende Airpower-Veranstaltungen müsse noch festgelegt werden, sagte Doskozil. Das Heer müsse ja auch bei EU-Summits Transport-, Logistik- und Sicherheitsaufgaben wahrnehmen.

Die an der Airpower 2013 geübte Kritik des Rechnungshofes nehme er ernst und die Vorschläge würden auch umgesetzt. Die Bewilligung zur Abhaltung der Flugshow wurde eingeholt. “Die Airpower kostet etwas, das ist klar, aber es gibt auch mehrfache Rückflüsse”. In Bezug auf die Kritik an mangelnden Zielen der Flugshow als Rekrutierungsinstrument für Soldaten und Piloten sagte der Minister: “Neben der Airpower haben wir den 26. Oktober mit der Leistungsschau in Wien. Das sind unsere Werbemaßnahmen, bei denen wir das Bundesheer als attraktiven Dienstgeber präsentieren. Wir wollen bis 2020 bei Präsenz- und Kaderpersonal von 2.000 auf 6.000 anwachsen, und für die nächsten fünf Jahre suchen wir rund 50 Piloten für alle Arten von Luftfahrzeugen, also acht bis zehn pro Jahr”. Vor allem würden Hubschrauberpiloten gebraucht.

Doskozil empfängt am Freitag und Samstag in Graz und Zeltweg seinen schwedischen Amtskollegen Peter Hultquist: “Eines der Gesprächsthemen ist natürlich die Migrationsthematik, da ist ja Schweden wie wir besonders betroffen.” Es gehe um Erfahrungsaustausch in Bezug auf Organisation, die Zugänge Schwedens zur Problematik und auch die Rückführung von Migranten.

Nach der krachenden Eröffnung durch einen Alpha Jet und einen Eurofighter, geflogen von Oberstleutnant Jörg Sandhofer, folgte bei fast wolkenlosem Himmel ein sogenannter Fahnensprung – mit EU-, Steiermark- und Österreichfahne – von zwölf Fallschirmspringern aus zwei Pilatus PC-6.

Die vom Heer ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen rund um die Airpower waren deutlich sichtbar. An Kreisverkehren standen Leopard-Kampfpanzer. Im Inneren des Geländes sicherten u.a. Schützenpanzer “Ulan” die Zugänge. Die Personenkontrollen sorgten an den über 200 Kontrollpunkten für kleinere Verzögerungen.

Deutlich mehr Militärpolizei war im Gelände und in den Eingangsbereichen zu sehen, verglichen mit den Veranstaltungen zuvor. Das Jägerbataillon Steiermark hatte die Zugangskontrollen übernommen, unterstützt von der Militärpolizei. Die Soldaten präsentierten sich am Vormittag durchwegs freundlich und hilfsbereit, aber bestimmt: Auch Heeresangehörige wurden kontrolliert und abgetastet, mussten ihre Rucksäcke zur Kontrolle öffnen, wenn sie ins Gelände wollten. Die Wartezeit belief sich je nach Andrang und Gepäck der Besucher auf wenige bis zu 15 Minuten.

Am Freitag haben nach Angaben der Veranstalter rund 150.000 Menschen die Airpower besucht. Die Befürchtungen mancher Organisatoren, dass sich die erstmaligen Eingangskontrollen negativ auswirken könnten, haben sich nicht bewahrheitet. Es dürften sich auch die Schulferien ausgewirkt haben – die Airpower fand sonst immer im Frühsommer Ende Juni oder Anfang Juli statt.

“Wir hatten rund 120.000 Menschen gleichzeitig am Platz, dazu rund 30.000, die kürzer oder nur für einige Darbietungen auf das Gelände kamen”, so ein Sprecher der Airpower. Für Samstag dürfte wegen des freien Tages mit einem noch stärkeren Besucheraufkommen zu rechnen sein. Die Veranstaltung ist täglich für bis zu 250.000 Besucher an einem Tag zugelassen. Dabei dürfen höchstens 150.000 zur gleichen Zeit am Platz sein.

Rund 350 Journalisten waren akkreditiert, darunter auch Medienleute aus Peru, Japan oder Thailand. Von den sogenannten Spottern – gut ausgerüstete Flug-Fotoenthusiasten, die sich zum Teil keine einzige Airshow entgehen lassen, waren gesamt 750 angemeldet. Sie kamen aus etlichen europäischen und auch asiatischen Ländern.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

1 Kommentar auf "150.000 kamen zum Auftakt der Airpower-Flugshow in Zeltweg"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Mikeman
Tratscher
28 Tage 2 h

Schönes Erreigniss,super Organisation aber wenn die “Frecce Tricolori” nicht dabei sind dann fehlt leider das Herzstück für so eine super  Show, an deren Team Fertigkeit kommen andere auch nicht nur annähernd heran.

wpDiscuz