Der „King of Speed“ sucht weiter den Nervenkitzel

Armin Senoner: Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen

Donnerstag, 23. April 2015 | 15:47 Uhr

Sulden – Am 19. März 2015 tauchte ein Hubschrauber aus einer Wolke auf, die den Gipfel der 3.859 Meter hohen Königspitze umgab, im Herzen des Nationalparks Stilfser Joch in den Ortler Alpen. Armin Senoner trat mit seinen Skier und seinem Gleitschirm den Versuch an, den im Jahre 2006 aufgestellten Speedriding Weltrekord zu brechen.

Armin Senoner, der mittlerweile 34 ist aus Südtirol stammt, war erst drei Jahre alt, als er das erste Mal auf Skiern stand. Sobald er diesen Sport genug beherrschte, fing er selbst an, zu unterrichten. Nicht nur das Skifahren hatte sein Herz erobert, sondern auch die Berge. Mit 15 Jahren stieg er sie schon hoch und wurde mit jedem Mal besser, bis er auch diesen Sport perfekt beherrschte.

Senoner war immer schon sehr vertraut mit den extremen Bedingungen und suchte schon in seinen jungen Jahren jegliche Art von Herausforderung. Als die Berge nicht mehr hoch genug und seine Skier nicht mehr schnell genug waren, wagte er sich im Gleitschirmsport. Es dauerte nicht allzu lange, bis Senoner auch diesen Sport bravurös meisterte. So beschloss er im Alter von 25 Jahren, seine beiden Lieblingssportarten zu kombinieren, und begann mit dem Speedriding, eine Kombination aus Skifahren und Fliegen.

Armin nahm schon in seinen Jungen Jahren an Ski-Wettkämpfen teil. So war es nur eine Frage der Zeit, dass er sich auch im Speedriding messen würde. Nach nur vier Jahren trat er bei dem Speedflying Pro Wettbewerb in Les Arcs 2010 an. Im selben Jahr nahm er bei der Gravity Show in Verbierb teil, wo er den zweiten Podiumsplatz erreichte. Er war immer sehr erfolgreich bei den Speedriding Veranstaltungen, so war es keine Überraschung, dass er beim Freeride Hero in Sulden im Jahr 2013 Gold gewann.

Nach diesem Erfolg in Sulden 2013 suchte Senoner eine neue Herausforderung und beschäftigte sich intensiver, den gehaltenen Speedriding-Weltrekord von Francois Bon mit einer Geschwindigkeit von 146,46 Kilometern pro Stunde zu brechen. Mehr als ein Jahr bereitete er sich auf dieses Unterfangen körperlich sowie mental vor. Am 19 März 2015 war es dann so weit, Armin Senoner ist es geglückt, mit über Stundenkilometern die Steilwand der 3.859 Meter hohen Königspitze herunter zu rasen, und machte sich somit zum derzeit schnellsten Speedrider auf Erden.

Armin Senoner ist ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Missionen, so ist es kein Wunder, dass er Teil einer Rettungsmannschaft im Himalaja in 2013 war, die einen eigenen Weltrekord, wenn auch nicht freiwillig gewollt, im höchstem Rettungseinsatz auf 7.800 Meter mit Hilfe eines Hubschraubers ein Menschenleben retteten. Somit brachen Sie den vorherigen gehaltenen Rekord von 6900 Meter. Während seiner Himalaja-Expedition arbeite Armin mit Maurizio Folini, seinem Hubschrauberpilot.

Maurizio "Mau" Folini, der in Italien geboren ist und auch dort lebt, ist ein sehr erfahrener Pilot. Sein Beruf hat ihn viel in der Welt herum gebracht, so flog und arbeitete er nicht nur in Italien, sondern auch in der Schweiz, Deutschland, Kanada und sogar in Usbekistan, um nur einige Länder zu erwähnen, in welchen er über 9.000 Flugstunden an Erfahrungen sammelte.

Maurizio ist ein echter Profi, der sowohl geistig als auch körperlich schwierige Situationen bewältigen kann. Nicht nur seine Flugerfahrungen, sondern auch seine Genauigkeit und Präzision im Detail waren ausschlaggebend für Senoner, warum es Folini sein musste, der ihm bei seinem Weltrekordversuch an der Königspitze in Sulden als Pilot begleiten sollte. Trotz der Anfangsschwierigkeiten am Start früh morgens wegen schlechten Wetters, brachte Maurizio Folini Armin sicher auf den Gipfel der Königspitze.

Auch hier erwies sich das Zusammenspiel zwischen Folini und Senoner als gute Entscheidung. Armin Senoner ist es gemeinsam mit dem 8art Production Team am 19. März 2015 gelungen, den Weltrekord im Speedriding mit 152,9 Kilometern pro Stunde an sich zu reißen.

Die spannende Reise von Armin Senoner und Maurizio Folini hat jedoch noch kein Ende, schon in wenigen Tagen bereiten sie sich auf ein neues Abenteuer in Nepal vor, wo sie erneut am Dach der Welt, wo nur der Himmel als ihre einzige Grenze ist, stehen werden. Könnte dies eine gute Gelegenheit für Armin sein, um nach neuen Abenteuern zu suchen?

Von: ©mk