Erkenntnisaustausch ist wichtig

Chronische Schmerzen: Fachtagung in Meran

Mittwoch, 10. Juni 2015 | 14:44 Uhr

Meran – Am 6. Juni 2015 fand am Meraner Krankenhaus eine gut besuchte Tagung mit Fachpersonal zur Schmerzbekämpfung statt. Dabei zeigte sich, dass es gerade bei so vielfältigen Erscheinungsbildern wie bei Schmerzen wichtig ist, voneinander zu lernen und neueste Erkenntnisse auszutauschen.

Es gibt viele Wege, Schmerzen zu bekämpfen

Rund 80 Personen hatten an diesem schönen Sommertag auf den Weg in den Liegestuhl oder den Ausblick vom Berggipfel verzichtet, um sich ganz dem Zeichen der Schmerzbehandlung zu widmen. Organisiert von Dr.in Patrizia Raffl und Dr.in Julia Götsch, Mitarbeiterinnen des Dienstes für Physische Rehabilitation unter der Leitung von Primarin Dr.in Claudia Meinecke, referierten Expertinnen und Experten verschiedenster Berufsbilder aus dem In- und Ausland zum Thema. Dabei war es den Verantwortlichen besonders wichtig, dass mehrere Berufsbilder von ihrer Warte aus das Thema beleuchteten, denn ein Physiotherapeut sieht Schmerz anders als ein Arzt – und ein Masseur arbeitet mit einer anderen Technik zur Schmerzbekämpfung als ein Psychologe. Sogar einige interessierte Patienten hatten es sich nicht nehmen lassen, die Fachtagung zu besuchen.

Die Anwesenheit der Landesrätin Dr.in Martha Stocker, die das Publikum begrüßte, mache das Interesse auch seitens der Politik für dieses Thema deutlich. Sie betonte, wie wichtig und notwendig eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsbilder ist, damit Menschen mit chronischen Schmerzen effizient geholfen werden kann.

Besonders häufig: chronische Kopfschmerzen

Besonders angetan war das Fachpublikum von den Referaten einiger Mitarbeiter des Schmerzzentrums der Fachklinik Enzensberg im Allgäu (D): Diese trugen die multimodale Schmerztherapie aus der Sicht des Arztes, des Psycho- und des Physiotherapeuten vor. Auch das Referat der Schweizer Chefärztin Dr.in Isabelle Rittmeyer von der Zürcher Höhenklinik stieß auf großes Interesse: Sie erklärte die interdisziplinäre psychosomatische Behandlung bei chronischen Kopfschmerzen, ein Krankheitsbild, das trotz modernster Medizin die Betroffenen oftmals fast zur Verzweiflung bringt.

Wünschenswert: ein Schmerztherapie-Zentrum

Die Meraner Anästhesisten Dr. Ivo Garoscio und Dr. Roberto Pittini sprachen sich für die Gründung eines Zentrums für Schmerztherapie nach deutschem oder schweizerischem Vorbild aus: Dieses erfordere zwar mehr Personal, würde jedoch langfristig der modernen Gesellschaft mit ihren vielen Ausfällen aufgrund von chronischen Schmerzen wieder zugutekommen. Beide Ärzte zählten die vielfältigen im Sanitätsbetrieb schon vorhandenen Kompetenzen auf, die es nun zu einer effektiven Zusammenarbeit zu vernetzte gilt.

Dr.in Patrizia Raffl und Dr.in Julia Götsch vom Dienst für Physische Rehabilitation, die maßgeblich an der Organisation der Tagung beteiligt waren, fassten zufrieden zusammen: „Eine insgesamt gelungene Fortbildung mit positivem Feedback vonseiten der Anwesenden. Wenn jeder diese neuen Erkenntnisse wiederum in seine Abteilung bzw. in seinen Verantwortungsbereich trägt, können durch diesen Multiplikator-Effekt sicher gute Ergebnisse für die Patientinnen und Patienten erzielt werden.“

Von: ©lu

Bezirk: Burggrafenamt