Wieder einmal heißt es die Uhren zurückdrehen

Morgen endet die Sommerzeit

Samstag, 28. Oktober 2017 | 07:45 Uhr

Am Sonntag begibt sich die Sommerzeit in ganz Europa in den “Winterschlaf”. Dabei werden die Zeiger um eine Stunde – von 3.00 Uhr auf 2.00 Uhr – zurückgestellt. So mancher wird die zusätzlichen 60 Minuten Schlaf zu schätzen wissen. Viele können sich das Zurückdrehen der Zeiger per Hand ersparen: Ihre Armbanduhren und Wecker empfangen ein Funksignal zur automatischen Umstellung.

Das Ursprungssignal kommt von den Atomuhren der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig und wird über einen Langwellensender weitergeleitet. Die “verlängerte” Nacht bietet einige Möglichkeiten: Nachtschwärmer können die gewonnene Stunde für zusätzlichen Spaß nutzen, Pedanten um Punkt 3.00 Uhr aufwachen, um die Uhren zurückzustellen, und romantische Gemüter 60 Minuten zusätzlich kuscheln.

In der gesamten EU wird am letzten März-Sonntag an der Uhr gedreht – und am letzten Sonntag im Oktober wieder zurück. Eingeführt wurde die Sommerzeit 1973 in Europa anlässlich der Ölkrise und mit dem Ziel, Energie zu sparen. Mit der Zeitverschiebung sollte eine Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte gewonnen werden. Frankreich machte damals den Anfang.

FH: “Zeitumstellung endlich abschaffen”

“Von Samstag auf Sonntag werden die Uhren um eine Stunde zurückgestellt und auf die so genannte Sommerzeit folgt wieder die Winterzeit bzw. die Normalzeit. Pünktlich zur anstehenden Umstellung wird wieder die Frage aufgeworfen, ob sich die Zeitumstellung auch tatsächlich lohnt. Diesbezüglich gibt es zwar unterschiedliche Thesen, aber es deutet vieles darauf hin, dass sich die Umstellung nicht lohnt. Als Beispiel dafür sei auf die jüngsten Untersuchungsergebnisse einer Arbeit der Fachrichtung Gebäude- und Energietechnik der Fachhochschule Erfurt verwiesen, die sich mit dem Thema “Auswirkungen der Zeitumstellung auf den Energieverbrauch im Hausbereich” beschäftigte. Diese Arbeit kommt zum Schluss, dass mit der energetisch deutlich verbesserten Beleuchtungstechnik der durchschnittliche Stromverbrauch deutlich reduziert werden konnte, dass die Energieeinsparung bei Beibehaltung der mitteleuropäischen Zeit über das gesamte Jahr aber deutlich höher wäre”, schreibt der Ehrenobmann der Freiheitlichen, Pius Leitner, in einer Aussendung.

“Abgesehen vom wirtschaftlichen Aspekt muss jedoch der medizinische stärker beleuchtet werden und dieser hat durch die diesjährige Nobelpreisverleihung an drei US-Amerikaner für ihre grundlegenden Arbeiten zur Chronobiologie eine entscheidende Wende erfahren. Jeffrey Hall, Michael Rosbach und Michael Young haben Erkenntnisse über die innere Uhr des Menschen gewonnen, die nachweisen, wie wichtig der Rhythmus von Tag und Nacht mit den Funktionen des Lebens zusammenhängt. So gerät nach Erkenntnis der drei Wissenschaftler der Stoffwechsel beim Menschen durcheinander, wenn er nach der Zeitumstellung im Frühjahr plötzlich eine Stunde früher aufstehen soll. Auch Stress und ungesunde Ernährung können laut den drei Forschern die innere Uhr von Tieren und Menschen verwirren. Auch wenn die Chronobiologie eine junge Wissenschaft ist, so kann heute schon gesagt werden, dass die unsinnige Zeitumstellung abzuschaffen ist; sie bringt keinen wirtschaftlichen Nutzen und verursacht gesundheitliche Schäden!”, so Leitner.

 

Von: apa