Das Bild sieht harmlos aus, doch dahinter steckt Dramatisches

Die verlorene Unschuld

Samstag, 25. Juni 2016 | 17:24 Uhr

Michigan – Auf den ersten Blick scheint das Foto, ein dreijähriges Mädchen zu zeigen, das im Badezimmer spielt. Doch die Wahrheit sieht völlig anders aus. Kurz nach dem Attentat in Orlando erregt das Bild im Internet die Gemüter.

Stacey Wehrman Feeley, eine Frau aus Michigan, sah wie ihre Tochter auf die Toilettenschüssel stieg. Zunächst fand sie die Szene lustig und schoss ein Foto, um es ihrem Mann zu schicken und ihm zu zeigen, was ihr kleiner Schlingel wieder so treibt.

Als Stacey dann ihre Tochter fragte, was sie vorhabe, verschlug ihr die Antwort die Sprache. „Sie hat geübt, was man ihr während eines Lockdown Drills im Kindergarten beigebracht hat, wie man sich auf der Toilette verhalten soll“, erklärte die Mutter auf Facebook.

Ein Lockdown Drill ist eine Übung für den Ernstfall, falls es in der Schule oder im Kindergarten zu einem Amoklauf kommt und die Kleinen sich schützen müssen. Die Dreijährige steht ruhig auf der Klobrille und gibt keinen Laut von sich, damit ein möglicher Schütze ihre Füße nicht sehen kann und sie auf diese Weise der tödlichen Bedrohung entkommt.

Stacey ist schockiert und hat das Foto auf Facebook hochgeladen. Sie will damit zeigen, wie schrecklich es ist, dass sich schon unschuldige Kleinkinder mit dem Schutz ihres Lebens befassen müssen. In ihrem Statement fordert sie, dass der Besitz von Waffen in den USA stärker kontrolliert wird.

"Ich habe nicht alle Antworten oder überhaupt ein bisschen davon. Aber, wenn ihr eure Kinder nicht auf Toilettenbrillen stehen sehen wollt, dann müssen wir was tun!", erklärte die entsetzte Mutter. Die Unschuld der Kinder sei verloren. Bereits in jungen Jahren müssten sie lernen, wie sich vor einem Bewaffneten schützen.

Von: ©mk