Deutsche Forscher entwickeln modernste Lasertechnologie

Dünne Haut bei Raumfahrern? – VIDEO

Mittwoch, 22. Juli 2015 | 07:32 Uhr

Saarbrücken/Divers – Wenn Menschen im All unterwegs sind wie hier die Raumfahrer in der Internationalen Station ISS, dann wird ihre Haut offenbar dünner, wie Forscher herausgefunden haben. Die Wissenschaftler nutzen für solche Untersuchungen fortgeschrittenste Laser-Technologie.

Nun wollen die Forscher herausbekommen, was die Ursache dafür ist und wie dieses Dünner-Werden der Haut verhindert werden kann.An der Universität des Saarlandes untersucht das Team von Biophysik-Professor Karsten König dafür unter anderem die Haut von Raumfahrern, und zwar vor und nach deren Reise ins Weltall: König gilt dabei mit seinen Labors in Saarbrücken und in Jena als einer der innovativsten Laser-Experten auf diesen Gebieten, in Deutschland und weltweit. "Wir haben ein medizinisches System entwickelt, ein Gerät, auf der Basis von Femtosekunden-Lasertechnik. Und mit diesem Gerät sind wir in der Lage, mit hoher Auflösung Bilder zu erstellen. Wir sprechen von optischen Biopsien und wenden das im Bereich der Haut an. Wir können also mit diesen Aufnahmen sehr genau in die Haut hineinschauen. Mit einer erstaunlich hohen Auflösung. Wir sprechen hier von 300 Nanometern. Das ist ein Faktor etwa tausendmal besser als Ultraschall."

In der sehr, sehr kurzen Zeit einer Femtosekunde legt das Laserlicht eine Strecke zurück, die etwa hundertmal kleiner ist als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Bisher haben König und seine Kollegen auf ihre Weise drei Raumfahrer untersucht, darunter zwei aus Italien und auch den Deutschen Alexander Gerst. "Und ausgehend auch von diesen Studien zur Hautalterung und zu Anti-Ageing-Effekten hat uns jetzt die Nasa und die Esa gefragt: Könnt Ihr auch die Haut von Astronauten messen? Wir wissen nicht genau: Gibt es hier Hautalterungsprozesse, beschleunigte Prozesse? Und Hautprobleme sind eines der vielfältigsten Probleme, die die Astronauten bei längeren Aufenthalten begleiten."

Wichtig scheint ein "dickes Fell" oder eben zumindest eine nicht allzu dünne Haut beispielsweise, wenn längere Reisen im All anstehen, wie exemplarisch die immer wieder diskutierte bemannte Mission zum Nachbarplaneten Mars. Allein für den Hinweg wären die Raumfahrer dann mindestens etwa ein halbes Jahr unterwegs. Zukunftsmusik das alles, laut US-Weltraumagentur NASA für die Zeit ab ca. 2030.

Von: Reuters