ENAC nimmt EURAC in nationales Verzeichnis auf

EURAC erhält Fluglizenz für Drohnen

Freitag, 24. April 2015 | 11:27 Uhr

Bozen – Die EURAC hat die Lizenz zum Fliegen von ferngesteuerten unbemannten Fluggeräten: vier Mitarbeiter des EURAC-Instituts für Angewandte Fernerkundung sind seit Kurzem ausgebildete Drohnenpiloten. Theorieunterricht in einer Flugschule der italienischen Luftfahrbehörde ENAC, eine praktische Ausbildung und eine Testphase als Drohnenpiloten haben sie hinter sich. Mit der offiziellen Qualifikation – in Südtirol haben sie sieben Unternehmen – können die EURAC-Forscher nun ihre Arbeit im Bereich des Umweltmonitorings weiter ausbauen. So können sie die Daten aus Satellitenbildern nun mithilfe der Drohnen ergänzen und damit genauere Informationen zum Beispiel zum Vegetationszustand sammeln.

Die EURAC-Drohne dient dem Erforschen und Beobachten der Umwelt, dem so genannten Umweltmonitoring, und wird künftig Obstanlagen, Wiesen und Wälder überfliegen. Sie verfügt über acht Propeller und wiegt rund sechs Kilo. An ihr können insgesamt bis zu eineinhalb Kilo schwere Instrumente, zum Beispiel Kameras, befestigt werden. Die gewonnenen Daten aus den Drohnenflügen werden mit jenen der Satellitenbilder und der Bodenmessstationen zusammengeführt und verbessern die Qualität und die Genauigkeit der Daten. „Die Drohne ermöglicht es uns Phänomene zu beobachten, die man auf Satellitenbildern aufgrund der geringeren Auflösung nicht erkennen kann: wie etwa Trockenstress in Wiesen oder Obstanlagen. Wir beginnen nun damit das Testgebiet im Matschertal abzufliegen und planen weitere Zonen mitaufzunehmen“, erklärt Marc Zebisch, Leiter des EURAC-Instituts für Angewandte Fernerkundung.

Der Einsatz von Drohnen in der Umweltbeobachtung ist auch Teil von MONALISA, einem groß angelegten Forschungsprojekt, das vom Land finanziert wird. Neben den beiden EURAC-Instituten für Angewandte Fernerkundung und Alpine Umwelt arbeiten im Projekt auch die Freie Universität Bozen, das Land- und Forstwirtschaftliche Versuchszentrum Laimburg, der TIS innovation park, die Universität Innsbruck und fünf Südtiroler Unternehmen zusammen.

Die ENAC hat in Südtirol sieben Drohnen-Betreiber autorisiert, unter denen die EURAC bisher als einziges Forschungszentrum vertreten ist. Die vier ausgebildeten EURAC-Mitarbeiter dürfen Drohnen mit einem Gesamtgewicht bis zu 25 Kilogramm fliegen. Sie dürfen nur Gebiete überfliegen, in denen ein Absturz der Drohne keine Gefahr für Personen darstellt. „Seit sich Drohnen immer größerer Beliebtheit erfreuen – zu reinen Hobbyzwecken oder aus gewerblichem Interesse – hat die ENAC klare Regeln festgelegt, um Unfälle zu vermeiden. Es dauert rund sechs Monate zwischen Theorie- und Praxisausbildung und bis man in die Liste der ENAC aufgenommen wird“, erklärt Andrea Vilardi, einer der vier EURAC-Piloten.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen