Welt-Parkinsontag am 11. April

EURAC-Studie liefert neue Erkenntnisse zur Früherkennung von Parkinson

Donnerstag, 09. April 2015 | 10:27 Uhr

Bozen – Am 11. April ist Welt-Parkinsontag. Derzeit arbeitet die medizinische Forschung weltweit daran, zuverlässige Tests zur Früherkennung von Parkinson zu entwickeln. Bislang ist die Diagnose erst möglich, wenn die Krankheit schon deutliche Schäden im Gehirn verursacht hat. In einer neuen Studie haben Forscher des Bozner EURAC-Zentrums für Biomedizin drei charakteristische Moleküle im Blut von Parkinsonpatienten aufgespürt. Damit liefern sie einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung eines Bluttests, mit dem die Erkrankung frühzeitig erkannt werden kann.    

Um bessere Therapien für Parkinsonpatienten entwickeln zu können, ist vor allem eine frühere Diagnose notwendig, am besten, bevor irreparable Schäden vorliegen. Derzeit kann die Krankheit erst erkannt werden, wenn bereits ein Großteil der Nervenzellen in einem bestimmten Teil des Gehirns, in der Substantia nigra, zerstört ist.

In einer neuen Studie haben die Forscher des Bozner EURAC-Zentrums für Biomedizin bestimmte Moleküle im Blut, so genannte Mikro-RNAs, untersucht. Diese übernehmen wichtige Funktionen in unserem Körper. So steuern sie beispielsweise bestimmte Gene, die mit Parkinson in Verbindung stehen. In ihrer Studie haben die EURAC-Forscher aufgezeigt, dass drei ganz spezifische Mikro-RNAs im Blut von Parkinsonpatienten in deutlich größeren Mengen vorkommen als bei nichterkrankten Menschen. „Diese Moleküle sind Indikatoren, die auf eine Parkinsonerkrankung hinweisen und sich damit als Grundlage für einen Bluttest zur Früherkennung eignen könnten. Wir haben mit unserer Studie einen wichtigen Beitrag dazu leisten können“, erklärt die Molekularbiologin Christine Schwienbacher vom EURAC-Zentrum für Biomedizin. „Allerdings wird die Entwicklung eines solchen Tests wohl noch sehr viel Zeit und Arbeit für die gesamte Wissenschaftsgemeinschaft in Anspruch nehmen“, unterstreicht Schwienbacher.

Die Studie wurde kürzlich im internationalen Fachmagazin „Neurology“ veröffentlicht. Link zur Zusammenfassung (Abstract): www.neurology.org/content/early/2015/01/16/WNL.0000000000001258.abstract   

Von: ©lu

Bezirk: Bozen