EURAC und Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino veranstalten internationalen Workshop

Grenzüberschreitende Wissenschaftskooperationen im Vergleich

Donnerstag, 04. Juni 2015 | 12:07 Uhr

Bozen – Universitäten und Forschungsinstitutionen in europäischen Grenzregionen bündeln zunehmend ihre Potenziale und profilieren sich gemeinsam, um im internationalen Wettbewerb als attraktiver Wissenschaftsstandort konkurrieren zu können. Ob und inwieweit derartige grenzüberschreitende Wissenschaftskooperationen durch die rechtliche Einbettung als oder innerhalb einer Europaregion Vor- oder Nachteile genießen, beleuchtet ein ganztägiger Workshop mit anschließendem Runden Tisch am Montag, 8. Juni an der EURAC in Bozen. Die Veranstaltung wird von der EURAC in Zusammenarbeit mit dem gemeinsamen Büro der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ausgerichtet

Mit dem Zusammenwachsen der europäischen Regionen entlang nationaler Grenzen rücken auch grenzüberschreitende Kooperationen von Wissenschaft und Forschung vermehrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Lange Zeit bremsten rechtliche und bürokratische Hürden die Kooperationen aus, so dass erst seit dem Jahr 2006 mit einem neuen europäischen Rechtsinstrument ein vereinfachter Weg geebnet wurde. Seitdem können Gebietskörperschaften beiderseits der Grenze einen europäischen Verbund territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) gründen. Ihre Kooperation erhält damit einen festen rechtlichen Rahmen, ist mit eigener Rechtspersönlichkeit ausgestattet und verfügt über Organe, eine Satzung sowie feste Finanzierung.

Beim Workshop an der EURAC präsentieren und vergleichen Praktiker und Wissenschaftler drei europäische Fallbeispiele grenzüberschreitender Wissenschaftsnetzwerke: Der bereits bestehende Europäische EVTZ „Eurocampus“ an der katalanisch-französischen Grenze, eine Uni-Kooperation namens „European Campus“, die beabsichtigt einen EVTZ in der Oberrhein-Region zu gründen und die mehrjährige Hochschulkooperation „UniGR“ in der Großregion Luxemburg, Lothringen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Wallonien, die ohne die Einbettung in die juristische Persönlichkeit des EVTZ erfolgreich arbeitet. Einen Einblick in die hiesig geplante Wissenschaftskooperation in der Euregio Tirol-Südtirol-Trentino gibt Konrad Bergmeister, Präsident der Freien Universität Bozen.

„Neben dem Informationsaustausch ist Netzwerkbildung ein besonderes Ziel dieses Workshops. In Zukunft gilt es vermehrt, nicht nur mit direkt angrenzenden Wissenschaftspartnern sondern gesamteuropäischen Netzwerken zusammenzuarbeiten“, erklärt EURAC-Präsident Werner Stuflesser, der den Workshop zusammen mit den EURAC-Wissenschaftlerinnen Alice Engl und Carolin Zwilling und Matthias Fink, dem Generalsekretär der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino eröffnet.

In einer Podiumsdiskussion am Nachmittag vertiefen die Teilnehmer, wie die Zusammenarbeit zwischen lokalen Universitäten und Forschungseinrichtungen in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino gestaltet werden kann. Es moderiert Jens Woelk, EURAC-Föderalismus- und Minderheitenexperte und Verfassungsrechtler an der Universität Trient.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und ist öffentlich zugänglich. Es ist keine Simultanübersetzung vorgesehen.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen