Welttag der Umwelt

Große Flüsse sind Gewässertyp des Jahres 2015

Donnerstag, 04. Juni 2015 | 11:17 Uhr

Bozen – Es sind die großen Flüsse, die vom Biologischen Labor der Landesumweltagentur und von der EURAC anlässlich des morgigen Weltumwelttages zum "Südtiroler Gewässertyp des Jahres 2015" gekrönt werden, denn sie werden vom Mensch besonders stark beeinflusst.

Der Schutz der Oberflächengewässer ist der Landesumweltagentur ein besonderes Anliegen. Zum Welttag der Umwelt (World Environment Day) am morgigen 5. Juni ernennt das Biologische Landeslabor daher gemeinsam mit der Europäischen Akademie die "gebändigten Riesen", also die großen Flüsse in Südtirol, zum Gewässertyp des Jahres 2015. "Diesen vom Mensch stark beeinflussten Ökosystemen soll heuer besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden", sagt Umweltlandesrat Richard Theiner. "So zielt das neue Gewässerschutzkonzept, das innerhalb Juni 2015 von der Landesregierung verabschiedet werden soll, auf einen nachhaltigen Schutz der öffentlichen Gewässer in Südtirol ab und soll auch den großen Fließgewässern den Wert zurückgeben, den sie verdienen", betont der Landesrat.

Alle größeren Fließgewässer und Seen in Südtirol wurden gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie in verschiedene Typen unterteilt. Darunter befinden sich auch "große Fließgewässer pluvio nivalen Ursprungs" mit einem Abstand zur Quelle zwischen 75 und 150 Kilometern. "In Südtirol finden wir diesen Gewässertyp in den Talsohlen südlich von Meran und Brixen bis nach Salurn, es zählen nämlich die Unterläufe von Etsch und Eisack dazu", erklärt Alberta Stenico, die Leiterin des Biologischen Landeslabors in Leifers.

Die großen Flüsse waren ursprünglich unkontrollierbare und kaum überwindbare Gewässer, die fast die gesamte Talsohle einnahmen und diese bei jedem Hochwasser neu gestalteten. Seit Jahrhunderten versuchten die Menschen die zerstörerische Kraft zu bändigen. Gelungen ist dies erst durch den modernen Hochwasserschutz der letzten 120 Jahre. Durch das Einzwängen der Flüsse zwischen Dämme konnte viel Kulturland gewonnen werden. Die Kosten dafür trägt der Fluss, der durch die Begradigung, die Reduzierung potentieller Überflutungsgebiete und die Verbauung seine Dynamik sowie unzählige Tier- und Pflanzenarten verloren hat. Erst in den letzten Jahren ist sich der Mensch dieses großen Verlustes bewusst geworden und versucht nun durch Renaturierungsmaßnahmen zumindest kleinräumig den Lebensraum für verschiedenste Organismen wieder aufzuwerten. Lebewesen, wie z.B. die Larven der Eintagsfliegengattung Baetis, kommen mit den Bedingungen eines großen Flusses gut zurecht und finden in den nährstoffreichen Gewässern einen idealen Lebensraum.

Von: lpa

Bezirk: Bozen