Regionalchef ohne Ausbildung

Indischer Ex-Minister machte im Gefängnis Schulabschluss

Dienstag, 23. Mai 2017 | 07:45 Uhr

82 Jahre und jetzt ein bisschen schlauer: Ein wegen Korruption verurteilter früherer Regierungschef eines indischen Bundesstaates hat hinter Gittern einen höheren Schulabschluss absolviert. Om Prakash Chautala, ehemals Ministerpräsident des nordindischen Bundesstaates Haryana, habe die Prüfung für die zwölfte Klasse abgelegt und mit der Note eins bestanden, teilte sein Sohn am Mittwoch mit.

Sein Vater schrieb demnach die Prüfungen im Gefängis Tihar in Neu Delhi, wo er eine zehnjährige Strafe verbüßt. “Er hat sich früh dazu entschieden, seine Zeit im Gefängnis sinnvoll zu nutzen”, sagte Abhay Chautala, ein Abgeordneter des im Norden Indiens liegenden Staat Haryana. “Er geht täglich in die Gefängnisbibliothek und liest dort Bücher und Zeitungen.”

Om Prakash Chautala und ein anderer seiner Söhne waren zusammen mit mehr als 50 anderen Angeklagten 2013 wegen Urkundenfälschung verurteilt worden. Ihnen war vorgeworfen worden, in den Jahren 1999 und 2000 mehr als 3.000 Lehrer gegen Schmiergelder eingestellt zu haben – zum Nachteil von besser qualifizierten Kandidaten. Das oberste Gericht bestätigte 2015 die verhängten Strafen.

Von: APA/dpa