Uni Passau in der Kritik

Ist “Fensterln” sexistisch?

Montag, 15. Juni 2015 | 18:20 Uhr

Passau – Sportstudenten der Uni Passau wollten bei einem Uni-Fest einen „Fensterlkönig“ küren. Wer als erstes eine Holzleiter zum Fenster seiner Herzensdame erklimmen kann, ist der Sieger.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Uni, Claudia Krell, legte dagegen aber Einspruch ein, weil Frauen nicht zugelassen waren. Dieser „Sport“ entspreche nicht den Gleichstellungsrichtlinien der Uni und degradiere Frauen zu Objekten.

Prompt hagelte es laut Medienberichten Kritik an der Entscheidung: Der Ring Christlich Demokratischer Studenten an der Uni Passau meint: "Der Genderwahnsinn nimmt überhand. Wir haben diese Entwicklung schon seit Langem kritisiert und werden dies auch weiterhin tun." Auch die Liberale Hochschulgruppe findet, die Uni habe übertrieben.

Der #fensterlgate ging auch durch die sozialen Medien, selbst Ministerpräsident Horst Seehofer schaltete sich ein. Er meinte, in Bayern gelte immer noch das Motto „Leben und leben lassen“.

Die veranstaltenden Studenten beugten sich vorerst dem Willen der Univerwaltung. Der Wettbewerb werde aber außerhalb des Unigeländes nachgeholt. Bei einem anderen Spiel sei man aber einen Kompromiss eingegangen.

Krell verteidigt ihre Position

In einem Interview mit der Zeit verteidigt Claudia Krell nun ihre Position: Sie sei mit den Modalitäten nicht einverstanden gewesen. "Der Fensterlkönig wurde als universitäre Veranstaltung angekündigt, zu der keine Frauen zugelassen waren." Das entspreche nicht dem Leitbild der Universität.

Von: ©lu