So könnt ihr die Qualität feststellen

Kennt ihr diesen Oliven-Öl-Trick schon?

Donnerstag, 28. Juli 2022 | 07:01 Uhr

Bozen – Für Olivenöl gilt ganz besonders: Qualität hat ihren Preis. Für weniger als zehn Euro pro Liter wird man kein sonderlich gutes Öl erhalten. Ein Olivenbaum trägt nämlich erst nach vier bis zehn Jahren Früchte, die Erntemenge hängt von vielen Faktoren ab und schwankt stark. Aus einem Ertrag von etwa 20 Kilogramm Oliven pro Baum lassen sich nur drei bis vier Liter Öl gewinnen, zudem werden für die Ernte viele Arbeitskräfte benötigt. Ein höherer Preis allein ist jedoch noch keine Garantie für ein qualitativ gutes Öl.

Die Qualitätsbezeichnung Extra Vergine (Nativ Extra) ist ebenfalls nicht immer zuverlässig. So manches Olivenöl Extra Vergine im Handel erfüllt laut Testurteilen nicht alle vorgeschriebenen Qualitätskriterien (Aussehen, Geruch, Geschmack, geringer Gehalt an freien Fettsäuren).

Zusatzinformationen wie die Angabe des Erntejahres, der verwendeten Olivensorte und der Ursprungsregion lassen dagegen auf überdurchschnittliche Qualität schließen. Die geschützte Ursprungsbezeichnung der EU (g.U. bzw. D.O.P. – Denominazione di Origine Protetta) sagt aus, dass die Oliven in einer definierten geografischen Region angebaut und zu Öl verarbeitet wurden, beispielsweise am Gardasee (Garda D.O.P.). Der Hinweis „sortenrein“ bedeutet, dass das Öl aus Oliven nur einer Art gewonnen wurde. Dies bringt einen höheren Aufwand bei Ernte und Pressung mit sich. Von Bedeutung ist auch der Reifegrad der Früchte. Hochwertiges Olivenöl wird aus grünen, noch nicht reifen Oliven erzeugt. Sehr reife Oliven liefern zwar eine höhere Ölausbeute, qualitativ ist das Öl jedoch weniger wertig. Nicht zuletzt hängt die Qualität des Öls davon ab, wie viel Zeit zwischen Ernte und Pressung verstrichen ist. Nur wenn dieser Zeitraum möglichst kurz ist, werden chemische Reaktionen mit Luftsauerstoff vermieden, welche die Qualität beeinträchtigen.

Wie riecht ein gutes Olivenöl, wie schmeckt es? Für einen einfachen Riechtest füllt man etwas Olivenöl in ein Weinglas und lässt es abgedeckt rund zehn Minuten lang stehen. Anschließend riecht man am Öl. Wenn Aromen von frischem Gras, Kräutern, Früchten o.ä. deutlich wahrnehmbar sind, deutet das auf ein sensorisch gutes Öl hin. Sind Aromen dagegen kaum oder erst, nachdem man die Nase tief in das Glas versenkt hat, vorhanden, handelt es sich um kein sensorisch gutes Öl. Muffige, ranzige oder metallische Geruchsnoten deuten auf sensorische Fehler oder Verderb hin. Im Geschmack sind gute Olivenöle fruchtig, scharf und bitter. Ein bitterer oder scharfer Geschmackseindruck nach dem Schlucken weist auf einen hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Polyphenolen hin.

„Ein qualitativ gutes, hochpreisiges Olivenöl sollte in erster Linie für kalte Speisen oder das abschließende Verfeinern gekochter Speisen verwendet und nicht verschwendet werden. Für das Kochen und Braten reicht ein preisgünstigeres Öl“, empfiehlt Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol. „In der Speisekammer bzw. Küche sollte Olivenöl vor Sonne bzw. direktem Licht geschützt werden, und der Deckel der Flasche sollte immer dicht zugeschraubt werden. Unfiltrierte Olivenöle haben übrigens nur eine kurze Haltbarkeit und müssen innerhalb weniger Wochen verbraucht werden.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Kennt ihr diesen Oliven-Öl-Trick schon?"


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vunmirausgsechn
vunmirausgsechn
Tratscher
19 Tage 16 h

Toller Bericht! Die Leute müssen endlich verstehen dass ein gutes Olivenöl, auch wenn Extra Vergine draufsteht, nicht 4,99€ pro Liter kosten kann! 99% der Olivenöle im Supermarkt sind Schrott uns schmecken nach nichts. Nur haben die meisten Konsumenten Angst von bitteren und scharfen Geschmacksnoten. Das Einzige was ich vom Artikel nicht gutheißen kann ist, dass man gutes Olivenöl nicht zum kochen verwenden soll, man sollte nur den Rauchpunkt von 180 Grad nicht überschreiten.

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
19 Tage 16 h

@vonmirausgsechn
👍🏻🔝👏🏻Zum kochen,niemals zu hoch erhitzten,ansonsten nutzt auch das Beste Olivenöl gar nichts!180 C° scheint mir schon ziemlich zu hoch….😉

oli.
oli.
Kinig
19 Tage 14 h

👏👍 , das Olivenöl ( ltr./ 30-50€ ) und Balsamico ( ltr./ 70-90€ ) , was wir uns aus kleineren Gütern aus Italien bestellen. Man sollte lieber weniger , dafür eine gute Qualität zu sich nehmen.

vunmirausgsechn
vunmirausgsechn
Tratscher
19 Tage 13 h

@Roby74 maximal 180 Grad, in Apulien nemmen sie Olivenöl auch zum frittieren 😉 also ca. 170 Grad

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
19 Tage 7 h

@vunmirausgsegn
Wusste ich ja schon seit langem und das nicht nur zum Frittieren😊.
Und sicherlich nicht nur in Apulien,sondern im restlichen süditalienischen Gebiet auch.
Wohl auch so in gesamten mediterranen Raum.😉

N. G.
N. G.
Kinig
19 Tage 6 h

Zum Glück mag ich Olivenöl nicht, der Geschmak wiedert mich an und bin damit vor Fehleinkauf gefeit. Grins

SilviaG
SilviaG
Superredner
19 Tage 5 h

Sack Reis
Kleiner Tip: das kommt vom Tschikken

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
18 Tage 17 h

@SilviaG
Wahrscheinlich hat sich N.G.damit die gesamten Geschmacksrezeptoren der Zunge zugeteert oder komplett keine Ahnung von guter Küche und gesunder Ernährung.😉

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