Forstschädlinge sind giftig

Kiefernprozessionsspinner: Raupen nicht berühren

Dienstag, 14. April 2015 | 12:27 Uhr

Bozen – Auffällige weiße Raupen-Gespinstnester in den Kronen und an den Astenden der Kiefern weisen auf den Befall durch Kiefernprozessionsspinner hin. Die Brennhaaare dieser Forstschädlinge sind giftig, weshalb sich Menschen und Tiere von ihnen fernhalten sollen.

Der Kiefernprozessionsspinner (Traumatocampa pityocampa) ist an sich im mediterranen Gebiet heimisch. In Südtirol tritt er zwar als chronischer Dauerschädling an Kiefern auf, doch beschränkt sich der Befall auf den Verlust der befressenen Nadeln. Er stellt jedoch keine Gefährdung für die Kiefernbestände dar: Bisher wurde kein einziger Fall bekannt, bei dem Kiefern durch Prozessionsspinnerbefall zum Absterben gebracht worden wären.

Eine Bekämpfung ist nur in Gebieten Pflicht, wo dieser Schädling ein Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen könnte. Um Gesundheitsschäden zu vermeiden, sind einige einfache Verhaltensregeln einzuhalten: So soll man sich nicht in der Nähe befallener Bäumen aufhalten und die Raupen, die sich derzeit in Prozessionen fortbewegen, nicht berühren. Die sehr feinen Brennhaare der Raupe, die ein Gift enthalten, können beim Menschen starke Hautreizungen oder Allergien und Asthma hervorrufen. Hunde dürfen ebenfalls nicht in Kontakt mit den Prozessionsspinnern, da der Kontakt bei ihnen schwere Vergiftungen in der Schnauze auslösen kann.

Raupen-Gespinstnester sollen nur von dazu befugtem Personal, aber jedenfalls mit entsprechender Schutzausrüstung wie Augen- und Atemschutz entfernt und vernichtet werden. Wurden früher Großbekämpfungsaktionen mit verschiedenen Mitteln durch das Forstpersonal durchgeführt, so ist dies derzeit aufgrund von Arbeitsschutzbestimmungen und teilweise fehlenden Ressourcen kaum mehr möglich.

Für Beratung steht das Forstpersonal der örtlichen Dienststellen zur Verfügung.

Von: ©lpa

Bezirk: Bozen