Humboldtpinguine gelten als gefährdet

Kleine Pinguine ganz groß – VIDEO

Freitag, 17. Juli 2015 | 09:14 Uhr

Nürnberg – Im Wasser sind sie bereits flink unterwegs, und auch in Sachen Größenverhältnisse sind Molly, Gustav, Fred und ihre Geschwister auf den ersten Blick kaum noch von ihren Eltern zu unterscheiden.

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Doch ihr Jugendgefieder verrät, dass die kleinen Humboldtpinguine noch nicht lange auf der Welt sind. Zwischen März und Juni wurden hier in Nürnberg gleich sieben der possierlichen Vögel geboren, sehr zur Freude des Tiergartens, wie Revierpfleger Thorsten Krist zu berichten weiß: "Wir haben zwei Jahre keinen Nachwuchs gehabt und denken, dass das an dem ungünstigen Geschlechterverhältnis liegt, beziehungsweise auch, dass die Tiere zu jung waren. Die waren ja erst mit vier bis fünf Jahren geschlechtsreif. Umso erfreulicher ist es, dass es jetzt gleich so gut geklappt hat."

Dem Tierpfleger zufolge sind die Humboldtpinguine mit weltweit 15.000 bis 20.000 Brutpaaren ausgesprochen selten, leben die Vertreter manch anderer Pinguinart doch zu Hunderttausenden in Kolonien zusammen.

Inzwischen sind die Tiere mit den schwarzen Flecken auf der Brust in ihrem Bestand gefährdet, als Grund dafür gelten laut Nürnberger Tiergarten vor allem die Überfischung der Weltmeere sowie deren Verschmutzung durch Plastik.

Ursprünglich leben die Vögel an der Pazifikküste in Peru und Chile. Deswegen kommen sie auch mit sommerlichen Temperaturen in der Regel gut klar: "Anders als die antarktischen Arten wie Adeliepinguine oder Kaiserpinguine haben die zudem kahle Stellen an der Schnabelwurzel, über die sie Hitze oder Temperatur abgeben, beziehungsweise ihr Gefieder ist nicht so dicht. Und sie haben nicht so eine dicke Speckschicht. Insofern kommen sie gut mit diesen Temperaturen zurecht. Außerdem, wenn es ganz heiß ist, haben wir hier auch eine Vernebelungsanlage auf der Anlage, die wir anschalten, und die Verdunstungskälte hilft den Pinguinen dann auch."

Beste Aussichten also auch für kommende, heiße Tage. Fraglich ist jedoch noch, ob ihre Namen denn tatsächlich auch zu Molly, Gustav, Fred und den anderen Jungtieren passen.

Denn bisher kennt noch niemand das Geschlecht des watscheligen Nachwuchses. Eine genetische Untersuchung soll demnächst klären, um wie viele Männlein und Weiblein der Nürnberger Tiergarten jüngst reicher geworden ist.

Von: Reuters