Eine Nachspeise als außenpolitischer Stolperstein

Koreanisches Mango-Mousse als diplomatisches Problem

Montag, 30. April 2018 | 07:50 Uhr

Ein Dessert für den innerkoreanische Gipfel schlägt Japan schwer auf den Magen. Denn was den beiden führenden koreanischen Politikern den Tag versüßen soll, hat für die Regierung in Tokio einen bitteren Beigeschmack. Stein des Anstoßes ist ein Mango-Mousse, die zum Abschluss des Dinners am Freitag gereicht werden soll.

Garniert ist die Süßspeise nämlich mit einer Karte Koreas einschließlich der als Liancourt-Felsen bekannten Inselgruppe. Auf halbem Wege zwischen den beiden Staaten gelegen wird der Archipel sowohl von Südkorea beansprucht, das die Inseln Dokdo nennt, als auch von den Japanern, bei denen sie Takeshima heißen.

Nach der Veröffentlichung eines Fotos des Nachtischs durch das südkoreanische Präsidialamt zeigte sich Japan irritiert und forderte, das Arrangement noch einmal zu überdenken. Sehr bedauerlich sei die Idee mit dem Dessert, sagte eine Sprecherin des japanischen Außenministeriums am Mittwoch. Japan habe dagegen protestiert und verlangt, dass die Speise für Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in in dieser Form nicht serviert werde.

Das Verhältnis zwischen Koreanern und Japanern ist seit Jahrzehnten angespannt. Japan beherrschte als Kolonialmacht die Halbinsel in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhundert. Im Zweiten Weltkrieg mussten viele koreanische Frauen als Zwangsprostituierte in japanischen Militärbordellen arbeiten. Die Koreaner erwarten bis heute eine ehrliche Entschuldigung Japans für seine Handlungen in der Kriegszeit.

Von: APA/ag.

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