Einige wurden in den April geschickt

Land kauft Regierungsjet an – na klar, ein Aprilscherz

Donnerstag, 02. April 2015 | 07:05 Uhr

Bozen – Die Landesregierung will einen Jet ankaufen: Diese Nachricht sorgte gestern für Aufsehen. Doch wer einen Kalender zur Hand hatte, konnte sich ausmalen, dass es sich um einen Aprilscherz handelte.

Genauso war es auch: Die meisten Leser entlarvten die Geschichte richtigerweise als Aprilscherz.

Doch wie ein Blick in den Kommentarbereich verrät, wurden einige Leser von Massagesesseln, Pilotenkosten sowie den Flugleistungen des künftigen Landesjets überrumpelt und in den April geschickt. So meinte etwa eine Leserin: „Da sieht man wie man veräppelt wird, für Krankenhäuser ist kein Geld! Für solche Spielzeuge jede Menge! und wir nehmen wieder alles einfach hin..“

Andere wiederum meinten, dass die Geschichte durchaus wahr sein könnte, wenn denn nicht der 1. April wäre.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (1.4.2015)

Weil es mit der Darwin-Air immer wieder zu Problemen und Flugausfällen gekommen war, hat das Land sich nun zur Entscheidung durchgerungen, einen eigenen Regierungsjet anzukaufen.

Damit soll es den Entscheidungsträgern Südtirols möglich sein, Termine in Rom, Wien oder auch an anderen Orten pünktlich wahrzunehmen. Auch für die Parlamentarier in Rom wird der Jet künftig ein wichtiges Transportmittel darstellen. Die Landesregierung wird auf ihrer nächsten Sitzung den Vorschlag genehmigen.

Als Vorgabe wurden mehrere Bedingungen aufgestellt: Das Flugzeug soll auf jeden Fall bei sämtlichen Wetterverhältnissen in Bozen abheben und wieder landen können. Außerdem soll der Jet mehr als fünf Personen Platz bieten.

Wie es aus informierten Kreisen heißt, hat die Landesregierung bereits einen konkreten Flugzeugtyp im Auge, und zwar einen „Learjet 60“ der kanadischen Firma Bombardier.

Es handelt sich dabei um ein zweistrahliges Geschäftsreiseflugzeug, in dem bis zu zehn Personen Platz finden können. Die Reichweite des künftig mit Landesadler geschmückten Business-Jets liegt bei über 4.000 Kilometern; die Höchstgeschwindigkeit bei 860 km/h.

Über die genauen Kosten ist noch nichts bekannt. Diese hängen davon ab, ob die Landesregierung ein gebrauchtes oder neues Flugzeug ankaufen will. Ein gebrauchter „Learjet 60“, der einige Jahre auf dem Buckel hat, ist je nach Typ und Ausführung ab 2,9 Millionen Dollar zu haben.

Gediegenes Interieur mit Massagesesseln

Ob es damit allerdings getan ist, bleibt fraglich. Hinter vorgehaltener Hand wird jedenfalls gemunkelt, dass der Jet ein gediegenes Interieur haben sollte. Offenbar sollen auch sämtliche Passagiersitze mit einer Massagefunktion ausgestattet sein. Dies dürfte sich auf jeden Fall im Preis niederschlagen.

Doch auch die Betriebskosten werden beträchtlich sein. Immerhin müssen neben der Wartung und den Treibstoffkosten auch die Piloten bezahlt werden.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen