Statistik

Männer kehren in Coronakrise rascher in Jobs zurück

Montag, 10. August 2020 | 07:05 Uhr

Männern gelingt in der Coronakrise rascher die Rückkehr in ein Arbeitsverhältnis. Von den Menschen, die in der zweiten März-Hälfte ihren Job verloren haben, hatten bis Ende Juni 62 Prozent der Männer, aber nur 52 Prozent der Frauen wieder ein Beschäftigungsverhältnis, im Durchschnitt 58 Prozent. Das ergab eine Sonderauswertung der Statistik Austria zum Arbeitsmarkt im Juni.

Beendet wurden in Österreich im Zeitraum 15. bis 31. März insgesamt knapp 238.000 unselbstständige Beschäftigungen – und von den Rückkehrern erhielten sechs von zehn beim selben Dienstgeber wieder einen Job. Gut einem Fünftel gelang die nächste Beschäftigungsaufnahme binnen eines Monats, knapp einem weiteren Fünftel im zweiten Monat.

Im März gingen rund 313.000 unselbstständige Erwerbstätigkeiten zu Ende, zugleich wurden rund 131.000 aufgenommen – die Zahl der Beendigungen hat sich damit innerhalb eines Jahres (gegenüber März 2019) mehr als verdoppelt, während die Zahl der Beschäftigungsaufnahmen um 17 Prozent gesunken ist. Im Juni waren in Österreich heuer im Schnitt 4,195.700 Personen erwerbstätig, um 62.800 mehr als im Vormonat Mai, aber weiter um 106.700 Personen weniger als im Juni 2019.

Nach nationaler Rechnung betrug die Arbeitslosenquote Ende Juni 10,0 Prozent, noch immer um 3,5 Prozentpunkte mehr als ein Jahr davor. Dem liegen 414.800 beim Arbeitsmarktservice (AMS) registrierte Arbeitslose zugrunde.

Nach internationaler Definition gab es im Juni-Schnitt nur 282.100 arbeitslose Personen. Die bereinigte Arbeitslosenquote lag damit bei 5,7 Prozent, um 1,3 Prozentpunkte höher als im Juni 2019. Die Kriterien für Arbeitslosigkeit laut internationaler Definition sind die aktive Suche nach Arbeit und die Bereitschaft, eine Arbeitsstelle innerhalb von zwei Wochen anzutreten.

Laut Statistik Austria spiegelt sich in den nach internationalen Definitionen ermittelten Zahlen der Rückgang der Beschäftigten nur zum Teil in einem Anstieg der Arbeitslosigkeit wider und ist definitionsbedingt auch stark in einer Zunahme der Personen in der “stillen Reserve” des Arbeitsmarkts zu erkennen. Diese Gruppe umfasst Personen, die nicht erwerbstätig sind, grundsätzlich gerne arbeiten würden, aber nicht aktiv nach Arbeit suchen oder nicht kurzfristig mit einer Erwerbstätigkeit beginnen könnten.

Zahlenmäßig habe diese Gruppe stark zugenommen, von 128.800 im Februar auf 189.600 Personen im Juni (Juni 2019: 107.400). Im Monatsvergleich sei die “stille Reserve” aber gesunken, sie lag zuletzt um 29.400 Personen unter dem Mai 2020 (219.000).

Von: apa

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