Opportunity soll bald wieder Bilder liefern

Mars-Rover “Opportunity” nach Staubsturm verstummt

Sonntag, 26. August 2018 | 15:02 Uhr

Ein riesiger Staubsturm hat den Mars-Roboter “Opportunity” lahmgelegt. Da der Sturm so gut wie keine Sonne mehr durch ließ, konnte der Roboter seine Batterien nicht aufladen. Seit mehr als zwei Monaten haben Nasa-Forscher nichts mehr vom Rover gehört. Jetzt versuchen sie ihn “aufzuwecken” – mit Zuversicht, aber auch mit Sorge.

Am 10. Juni ist die bisher letzte Nachricht des Mars-Roboters im Raumfahrtzentrum in Pasadena (Kalifornien) angekommen. Dann überzog ein gigantischer Staubsturm den Planeten. Seitdem: Stille. “Die Moral ist ein bisschen wacklig”, offenbarte Michael Staab von der US-Raumfahrtagentur Nasa dem Portal “Space.com”. “Das ist das erste Mal, dass ‘Opportunity’ aufgehört hat, mit uns zu reden, und nicht wieder angefangen hat, wann wir es erwartet hatten.”

Zur Aufmunterung spielen sich die Nasa-Forscher in ihrem Kontrollzentrum jeden Morgen einen passenden “Aufwach-Song” vor. “Wake Me up Before You Go-Go” von Wham zum Beispiel, “Dust in the Wind” von Kansas oder “Here Comes The Sun” von den Beatles. “Es könnte Wochen dauern – hoffentlich nicht Monate”, so Staab. “Ich wünschte, wir hätten etwas mitzuteilen. Ich wünschte, wir hätten gute Nachrichten. Aber wir hören jeden Tag weiter.”

“Opportunity” ist eigentlich für seine Ausdauer bekannt. Die Mission des Rovers war eigentlich auf 90 Tage angesetzt, inzwischen rollt der Roboter schon seit fast 15 Jahren über den Roten Planeten. “Opportunity” war im Juli 2003 an Bord einer Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und rund ein halbes Jahr später, am 25. Jänner 2004, auf dem Mars gelandet. Seitdem rollt der rund 185 Kilo schwere, sechsrädrige Rover über den Mars.

2007 hatte “Opportunity” (auf Deutsch: Möglichkeit) einen noch viel größeren Sturm überstanden. Die damit einhergehende Kälte führte nach Einschätzung der Nasa-Wissenschafter wohl letztlich zum Verlust der baugleichen und zu ähnlicher Zeit gestarteten Zwillingsschwester “Spirit” einige Jahre später. Für die anderen Mars-Missionen wie die Sonden, die um den Planeten kreisen, den nuklear betriebenen Rover “Curiosity” oder den derzeit zum Mars fliegenden Lander “InSight” stellte der Staubsturm in diesem Jahr keine Gefahr dar.

Aber “Opportunity” braucht Sonnenenergie, um seine Batterien aufzuladen – und der Sturm ließ so gut wie keine Sonne mehr durch. Deswegen versetzte sich der Rover in den Ruhemodus, aus dem er nun nach Abklingen des Sturms eigentlich so langsam wieder aufwachen sollte. Die Forscher messen ständig, wie viel Sonnenlicht inzwischen auf die Oberfläche gelangt. Mit verschiedenen Radiofrequenznetzwerken und Antennen lauschen sie, ob der Rover sich meldet, und funken ihn auch immer wieder an. Bisher ohne Antwort.

Von: APA/dpa