EURAC-Forschungsdaten landen in weltweites Netzwerk

Matschertal ist internationales Forschungsgebiet

Montag, 13. April 2015 | 12:17 Uhr

Bozen – Unser Wetter ändert sich von Jahr zu Jahr, wie die Aufzeichnungen zeigen. Um jedoch das Phänomen Klimawandel zu erfassen und festzustellen, was sich wirklich ändert und mit welchen Folgen für uns, muss die Entwicklung langfristig und mit einheitlichen Parametern erforscht werden. Ein Beispiel dafür ist die Forschungsarbeit des EURAC-Instituts für Alpine Umwelt im Matschertal. Diese war auch ausschlaggebend, dass das Tal als Beobachtungsgebiet in ein renommiertes internationales Netzwerk für langfristige ökologische Forschung aufgenommen wurde. Den Bürgern in Matsch stellten die EURAC-Forscher ihre Forschungsaktivitäten am vergangenen Freitag vor.      

Das in den USA gegründete Netzwerk für langfristige ökologische Forschung „LTER“ (Longterm ecological Research) steht in der Wissenschaftswelt für hohe Datenqualität und weltweite Vernetzung. Eine Voraussetzung für die Aufnahme in das Netzwerk ist, dass lückenlose Datenreihen in hoher Messgenauigkeit über einen langen Zeitraum hinweg garantiert werden können. Dazu zählen zum Beispiel Daten zur Bodenfeuchtigkeit, zum Wasserkreislauf, zur Biodiversität, und zum Pflanzenwachstum, die die Forscher des EURAC-Instituts für Alpine Umwelt zusammen mit der Freien Universität Bozen seit rund fünf Jahren im Matschertal im oberen Vinschgau erfassen und beobachten. Trotz dieses vergleichsweise kurzen Zeitraums schafften sie aufgrund ihrer umfassenden und exzellenten Messdaten die Aufnahme in das renommierte LTER-Netzwerk. Ziel der langfristigen Messungen ist es, eine Datengrundlage zur ökologischen Entwicklung zu schaffen, aus der die Folgen klimatischer Änderungen abgeleitet und vorhergesagt werden können. So fließen die Daten aus dem Matschertal künftig in die internationale Datenbank des LTER-Netzwerks ein und werden somit für Wissenschaftler weltweit zugänglich und vergleichbar.

Die Aufnahme in das Netzwerk bedeute jedoch weit mehr als wissenschaftliche Anerkennung und vermehrte internationale Angebote zur Zusammenarbeit, wie Ulrike Tappeiner, die Leiterin des EURAC-Instituts für Alpine Umwelt, erklärt: „Es ist wichtig ökologische Entwicklungen weltweit mit Hilfe von Langzeitmessungen zu beobachten, da man die tatsächlichen Auswirkungen des Klimawandels erst nach 20 bis 30 Jahren spürt und es dann immer weniger Handlungsspielraum für ein Umdenken gibt.“ So betonte Tappeiner im Rahmen eines Informationsaustauschs zwischen den Forschern und den Bürgern in Matsch, dass „die Daten und Forschungsergebnisse nicht nur der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft dienen, sondern vor allem auch der lokalen Wasser-, Land- und Forstwirtschaft zur Verfügung gestellt werden.“

Von: ©mk

Bezirk: Bozen, Vinschgau