Im Meraner Krankenhaus kleine Kunstwerke schaffen

Modellieren mit Ton verbessert die Lebenssituation

Donnerstag, 18. Juni 2015 | 18:10 Uhr

Meran – Nachdem das Keramiklabor in der Abteilung Pädiatrie, eingeweiht im Jahr 2014, bei den Kindern sehr gut angekommen ist, können nun auch die Kinder- und Jugendlichen der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie im Krankenhaus Meran mit Ton modellieren und kleine Kunstwerke schaffen. Seit April 2015 ist nun auch in dieser Abteilung ein dauerhaftes Keramiklabor von der Stiftung Thun eingerichtet worden.

Die Einweihung fand heute in den Räumen der Abteilung der Kinder- und Jugendpsychiatrie und – psychotherapie des Krankenhauses F. Tappeiner statt. Dr. Roland Döcker, Sanitätskoordinator des Gesundheitsbezirkes, begrüßte die Vertreter der Stiftung, Ilona Thun, Nichte der Gräfin Lene Thun und Mitglied des Stiftungsrates, Dr. Gerard Gostner, gesetzlicher Vertreter und Lucia Adamo, Leiterin der gemeinnützigen Organisation.

Dr.in Donatella Arcangeli, Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie und – physiotherapie freut sich über die Kontinuität, welche durch das wöchentliche Angebot dieser Keramiktherapie gewährleistet ist. Sie verweist darauf, wie wichtig es ist, dass sich die Kinder und Jugendlichen integriert fühlen und sich freuen können, dass sich durch ihre eigene Kreativität und ihr handwerkliches Geschick viele schöne Dinge formen lassen und so ein ganzes Werk entsteht, so auch das „Projekt Wald“. Dr. Michael Brühl und Stefania Casarotto, Pflegekoordinator und Pflegekoordinatorin der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie und – psychotherapie und Pädiatrie können aus persönlichen Erfahrungen mit den Kindern und Jugendlichen sagen, dass das Modellieren und Schaffen mit Ton ihnen Selbstwertgefühl gibt und sie für kurze Zeit ihren schwierigen Lebenssituationen entfliehen können.

Gerard Gostner bekräftigt, dass es der Stiftung Thun ein Anliegen ist, das Motto der Gräfin Lene Thun umzusetzen: Freude, Hoffnung und Begeisterung zu schenken, so wie die Nichte Ilona Thun es beschreibt, wenn sie sagt, dass sie als Kind ihrer Oma beim Modellieren der berühmten Thun-Figuren zugeschaut hat und ihre Begeisterung und ihre Freude gespürt hat.

Die Stiftung Thun fördert seit 2006 Laboratorien aus Überzeugung, dass das Modellieren vor allem für Kinder und Jugendliche eine Erholungs-Therapie zu ihren Krankheiten und Beschwerden ist. Die ärztlichen und pflegerischen Teams sind sich darin einig, dass diese kreative Gestaltung eine optimale Ergänzung zur medizinischen Versorgung ist und wesentlich für das Wohlbefinden der stationären Patienten und Patientinnen beiträgt. Das Modellieren mit Ton funktioniert auf zwei Arten: zum einen gibt es ein unmittelbares Gefühl von Wohlbefinden, Freude und Spaß, und auf der anderen Seite ermöglicht es, durch die Schaffung von dreidimensionalen Formen, den emotionalen Empfindungen eine Stimme zu geben. Insbesondere hat sich gezeigt, dass diese Art von Erholungs-Therapie eine große Unterstützung für die Kinder im Kampf gegen eine schwere Krankheit oder gegen physische und psychische Beschwerden ist.

Diese Keramiklabors in den Krankenhäusern Italiens werden einmal pro Woche von Keramikerinnen und freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, geschult von der Stiftung Thun, koordiniert. Die Aktivitäten konzentrieren sich hauptsächlich auf Kinder und Jugendliche, die mit einer langen und schweren Krankenhausaufenthalt konfrontiert sind. Allen voran war es die Abteilung Pädiatrie, in welcher im letzten Jahr das erste Keramiklabor entstanden ist und jeden Montagnachmittag stattfindet. Seitdem sind noch einige in ganz Italien hinzugekommen so in der Poliklinik Gemelli in Rom, im San Gerardo-Krankenhaus in Monza, in San Giovanni Rotondo und in der Poliklinik von Catania. Im Juli wird es ein neues Projekt in Cosenza geben.

Während der Workshops, entdecken die Kinder die Freude am Modellieren, an der Entstehung kleiner Figuren und Gestalten, welche Teil eines größeren Werkes werden. Diese Werke werden dann in den öffentlichen Bereichen der Krankenhäuser aufgehängt, um Freude und Wärme an alle Besucher des Krankenhauses weiterzugeben. In diesem Jahr werden sich die Kinder aus ganz Italien an einem großen gemeinsamen Projekt beteiligen: die Schaffung des Waldes der Fantasie.

Auch die kleinen Gäste im Krankenhaus Franz Tappeiner nahmen eine aktive Rolle in diesem kollektiven Abenteuer ein und heute können wir die ersten Früchte bewundern: bei der Einweihung des Keramiklabors in der Kinder und Jugendpsychiatrie und –psychotherapie wurde auch der Baum eingeweiht, eine farbenfrohe Collage aus den in den letzten Monaten entstanden Arbeiten der kleinen Gäste der Abteilung Pädiatrie Meran.

Von: ©mk

Bezirk: Burggrafenamt