Das gerichtliche Nachspiel endete mit einer saftigen Geldstrafe

Münchner vermietete Wohnung an Touristen: 33.000 Euro Strafe

Montag, 16. Juli 2018 | 14:33 Uhr

Ein deutsches Gerichtsurteil könnte abschreckende Wirkung auf Airbnb-Vermieter in München haben: Ein Unternehmer muss nämlich 33.000 Euro Strafe zahlen, weil er seine Wohnung in der bayrischen Landeshauptstadt regelmäßig an Medizintouristen vermietete. Er wurde wegen Zweckentfremdung von Wohnraum verurteilt, wie das Amtsgericht München am Montag mitteilte.

Der Mann hatte Ende 2012 eine 104 Quadratmeter große Wohnung im Arabellapark angemietet – für 1.980 Euro pro Monat. Er lebte dort allerdings nicht selbst, sondern überließ die möblierte Wohnung Patienten und deren Angehörigen, die für medizinische Behandlungen nach München kamen. Die Untermieter zahlten dann 3.000 Euro monatlich für die Wohnung, wie eine Kontrolle der Stadtverwaltung ergab.

Gegen einen Bußgeldbescheid über 50.000 Euro legte der Münchner Unternehmer Widerspruch ein, das Gericht verurteilte ihn aber schließlich zur Zahlung von 33.000 Euro. “Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes in München besteht ein erhebliches öffentliches Interesse am Erhalt von Wohnungen zu Wohnzwecken, so dass die Geldbuße auch einem Nachahmungseffekt entgegenwirken und abschrecken soll”, heißt es in der Begründung des bereits im September 2017 gesprochenen und seit April 2018 rechtskräftigen Urteils.

Der US-Zimmervermittler Airbnb, der ebenfalls Wohnungen an Touristen vermittelt, steht seit längerem in der Kritik, die Immobilienpreise und Mieten in Städten in die Höhe zu treiben. In Deutschland erlassen Kommunen vermehrt Satzungen, die die Zweckentfremdung von Wohnraum verbieten. Die meisten Airbnb-Angebote im Verhältnis zur Einwohnerzahl gibt es in Deutschland in Köln, München und Düsseldorf.

Das lukrative Geschäft mit Medizintouristen belastet den schwierigen Wohnungsmarkt in München seit Jahren zusätzlich. Das Wohn- und Gewerbegebiet Arabellapark macht deshalb immer wieder Schlagzeilen. In unmittelbarer Nähe gibt es mehrere Kliniken.

Von: APA/dpa

Kommentare

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9 Kommentare auf "Münchner vermietete Wohnung an Touristen: 33.000 Euro Strafe"


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m69
m69
Universalgelehrter
28 Tage 23 h

richtig so! 

Oma
Oma
Tratscher
28 Tage 22 h

Die gesamte miete x2 als strafe.

m69
m69
Universalgelehrter
28 Tage 20 h

+ Gefägnis, sonst bringt es nichts!!!!

Staenkerer
28 Tage 23 h

gut so! lei no mehr strof e solln se zohln!

schwarzes Schaf
schwarzes Schaf
Tratscher
28 Tage 21 h

nur bei uns wachen die Politiker nicht auf und gehen gegen diese Steuerhinterzieher nach, und jeder der nun schreibt man kann die Wohnungen nicht mehr vermieten den wünsche ich Airbnb Gäste die die Wohnung zerstörter hinterlassen

xXx
xXx
Tratscher
28 Tage 19 h

Augenauswischerei, diese Wohnungen werden doch genutzt und der Tourismus bringt doch auch Geld in die Stadt. Irgendwo müssen die doch Übernachten.

Es ist wie überall, das der Staat es nicht gebacken bekommt, zu viele leerstehende Wohnungen, unbewohnbare Wohnungen und zu große Sozialwohnungen (4 Zimmer für 1 übriggeblieben Senior)

Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
28 Tage 14 h

für touristen gibt es hotels, pensionen, gasthäuser und ferienwohnungen. diese brauchen dafür eine gewerbelizenz und bezahlen gebüren. das hier ist auch betrug an diese branche. und wurde dieser gewinn auch besteuert? die wohnknappheit ist ein großes problem in gewissen gebieten. sie frisst den großteil der löhne, die dann der wirtschaft fehlen. augenauswischerei ist wenn man kriminalität verharmlost.

Freiheit
Freiheit
Grünschnabel
28 Tage 20 h

2012 – 2017 = 5 Johr.
1000 € Gewinn pro Monat = 60000€
er steigt trotz Strafe immer noch mit Gewinn aus.

So ist das
So ist das
Superredner
28 Tage 8 h

Auch in Südtirol ist das nichts neues, nur schaut man zu, wenn diese Ferienwohnungen auch sogenannten „Freunden“ oder „Verwandten“ überlassen werden.

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