Fleur und Sofie fühlen sich in ihrem neuen Zuhause sehr wohl

Neuer Giraffenpark im Tiergarten Schönbrunn eröffnet

Mittwoch, 10. Mai 2017 | 13:30 Uhr

Mit gleich drei Scheren wurde das Band vor dem brandneuen Giraffenpark am Mittwoch feierlich durchschnitten: Tiergarten-Direktorin Dagmar Schratter, Aufsichtsratsvorsitzender und Ex-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) und Burghauptmann Reinhold Sahl eröffneten am Vormittag bei Kaiserwetter und vor Medienvertretern die letzte – nun umfassend sanierte – Anlage im historischen Zentrum des Zoos.

Die nunmehrige Heimstätte der zweijährigen Halbschwestern Fleur und Sofie ist ab sofort für alle Besucher geöffnet. Vor drei Wochen kamen die Netzgiraffen im Teenager-Alter aus dem Zoo Rotterdam an, jetzt haben sie das neue Quartier ganz offiziell bezogen. “Den Giraffen steht nun eine 440 Quadratmeter große Innenanlage zur Verfügung , so Architekt Peter Hartmann. “Mit drei Mal so viel Platz wie früher” ergänzte Schratter.

Die betagten, alteingesessenen Artgenossen fühlen sich in ihrem Ausweichquartier, das von Verteidigungsministerium und der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau zur Verfügung gestellt wurde, so wohl, dass sie hierbleiben dürfen. “Sie sind sicher die am besten geschützten Giraffen überhaupt”, sagte Schratter. Man wolle vor allem dem Bullen Kimbar, mit 24 Jahren das zweitälteste Männchen in Europa, keinen Umzug mehr zumuten. Seine Weibchen Rita und Carla bleiben bei ihm.

Die Sanierung schlug sich mit rund sieben Millionen Euro zu Buche, von denen das Wirtschaftsministerium 5,1 Millionen übernommen hat. Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) verwies in seiner Funktion als Eigentümervertreter auf die Erhaltung der historischen Substanz bei gleichzeitig artgerechterer Tierhaltung gewährleistet. “Das neue Angebot macht den Tiergarten noch attraktiver und stärkt damit auch die Tourismusmarke Österreich.”

Der Tiergarten sei nicht nur für die Wiener ein Fixpunkt, sondern auch für immer mehr Städtetouristen. Von der wichtigen Investition würden “alle profitieren”. Besonderer Höhepunkt ist die neue Galerie, die eine Begegnung auf Augenhöhe mit den exotischen Langhälsen ermöglicht, die in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht sind.

Der lichtdurchflutete Wintergarten wurde im Einklang mit dem Denkmalschutz an die Rückseite des historischen Hauses aus dem Jahre 1828 angebaut. Vor allem in der kalten Jahreszeit haben die Tiere hier viel mehr Bewegungsraum. In der ebenfalls vergrößerten Außenanlage sorgen nun Wiesenbereiche, Sandplätze und diverse Futterstellen für mehr Abwechslung.

Von: apa