Martell italienweit als einziges Aufnahmegebiet ausgewählt

Neuer NASA-Satellit blickt auf das Matschertal

Donnerstag, 02. April 2015 | 11:02 Uhr

Bozen – SMAP heißt der neue Satellit, den die NASA vor wenigen Wochen ins All gestartet hat. Er schickt den Wissenschaftlern Informationen über die Bodenfeuchtigkeit. Diese dienen dazu, genauere Wettervorhersagen zu treffen und Überschwemmungsrisiken zu beobachten. In den kommenden Wochen beginnen die Experten der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde mit der Auswertung der Daten, die der Satellit auf seiner Umlaufbahn rund um die ganze Welt aufnimmt. Unter den ausgewählten Aufnahmegebieten befindet sich auch das Matschertal im Vinschgau, als einziges in Italien und zweites Berggebiet weltweit.

Bei der Auswahl ihrer Aufnahmegebiete ist es für die NASA ein grundlegendes Kriterium, dass ein Gebiet auch vom Boden aus mit zuverlässigen Messungen erfasst wird. Sensoren, die zum Beispiel fortlaufend die Feuchtigkeit im Boden oder die Lufttemperatur messen, sind zum korrekten Auswerten der Daten des SMAP-Satelliten besonders wichtig.

Die Wissenschaftler des EURAC-Instituts für Alpine Umwelt erforschen im Vinschger Seitental mithilfe solcher Sensoren und Wetterstationen seit über vier Jahren die Auswirkungen des Klimawandels. Ihre Forscherkollegen vom Institut für Angewandte Fernerkundung ergänzen die Studien mit Satellitendaten. Diese umfassende und fortlaufende Datensammlung war ausschlaggebend dafür, dass die NASA das Matschertal in ihre weltweiten Beobachtungsgebiete aufgenommen hat.

Claudia Notarnicola vom EURAC-Institut für Angewandte Fernerkundung erklärt, wie die Messungen mit dem SMAP-Satelliten funktionieren: „Der neue Satellit sendet Daten mit Informationen zur Feuchtigkeit im Boden. Mit seinen Instrumenten kann er bis zu fünf Zentimetern tief in den Boden ‚hineinschauen‘. Doch sind seine Messungen indirekt, das heißt, sie richten sich nach der Intensität der Radarsignale, die je nach Feuchtigkeitsgrad zu ihm zurückkommen. Daher müssen seine Messdaten mithilfe von realen Messungen im Boden geeicht werden, die wir den NASA-Experten zusätzlich schicken.“ So sendet die EURAC bereits seit einigen Monaten die täglich gemessenen Daten der bereits installierten Messstationen im Matschertal an die NASA-Zentrale, um die Abgleichung der Satellitendaten vorzubereiten,

SMAP ist mit einer rotierenden Antenne ausgestattet. Auf diese Weise können weitläufige Gebiete besser als mit herkömmlichen Satelliten abgedeckt werden. Sobald SMAP kalibriert und voll funktionstüchtig ist, wird der Erdbeobachtungssatellit alle fünf Tage Daten zur Bodenfeuchtigkeit liefern.

Von: ©lu