"Spuren von Gold in der Milch"

Prüfung in Kuh-Wissenschaft in Indien nach Kontroverse verschoben

Freitag, 26. Februar 2021 | 08:00 Uhr

Indien hat eine Art Bildungs-Quiz über die dort als heilig verehrten Kühe nach einer Kontroverse um bizarre Behauptungen zu den Tieren im Lernmaterial auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies sagte ein Sprecher der Behörde, die zum Quiz geladen hat und die von Premierminister Narendra Modi zum Schutz der Kühe eingesetzt worden ist, am Mittwoch.

Im Kuh-Lernmaterial stand laut örtlichen Medien etwa, dass das Töten von Kühen Erdbeben verursache – und dass Milch von indischen Kühen Spuren von Gold enthalte. Der Behördensprecher sagte, dass das Bildungs-Quiz die Idee seines früheren Chefs gewesen sei. Doch inzwischen habe das übergeordnete Ministerium für Tierhaltung und Milchwirtschaft eingegriffen. Die Behörde soll laut dem Ministerium auch überhaupt kein Mandat haben, eine solche Prüfung zu veranstalten, berichtete die Zeitung “The Hindu”. Künftige Programme der Behörde müssten den Angaben zufolge eine “wissenschaftliche Basis” haben.

Das einstündige Online-Quiz sollte eigentlich am Donnerstag stattfinden. Auch Ausländer sollten teilnehmen können. Für erfolgreiche Prüfungsteilnehmer sollte es einen attraktiven Geldbetrag geben. Auch hieß es im Jänner noch in einer Mitteilung des Ministeriums für Tierhaltung und Milchwirtschaft zum Lernmaterial: “Dies wird alle Inder neugierig über Kühe machen und über nicht erschlossenes Potenzial und Geschäftsmöglichkeiten informieren (…).”

In Indien sind Kühe für die hinduistische Bevölkerungsmehrheit heilig. Kuhmilch, Kuh-Urin und Kuhmist gelten laut traditioneller indischer Ayurveda-Medizin als heilend. Viele Bauern setzen alte weibliche Kühe aber aus, wenn sie keine Milch mehr geben und sich deren Haltung finanziell nicht mehr lohnt. Zahlreiche Tiere sterben dann im Straßenverkehr. Die amtierende indische Regierung hat Kühe zunehmend politisiert, viel Geld für ihren Schutz und für Kuh-Wissenschaft eingesetzt und das Töten dieser Tiere teilweise verboten.

Von: APA/dpa

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