Klingonisch-Lehrer braucht neue Wörter

qo’vID wa’maH Hut: Auch Klingonen beschäftigt Corona

Montag, 08. März 2021 | 08:00 Uhr

Nicht nur irdische Sprachen sind in der Corona-Pandemie um einige Wörter reicher geworden. Auch die außerirdische “Trekkie”-Sprache Klingonisch habe ihren Wortschatz erweitert, sagte “Star-Trek”-Sprachexperte Lieven L. Litaer in Saarbrücken. “Die Pandemie beschäftigt auch die Anhänger der klingonischen Sprache.”

Litaer hat beim Erfinder der Kunstsprache, dem US-amerikanischen Sprachwissenschaftler Marc Okrand, neue Wörter angefragt: Covid-19 (qo’vID wa’maH Hut) oder Coronavirus (qoro’na javtIm) sind darunter, und auch für Impfung gibt es jetzt einen Ausdruck sowie für die Bleibt-Zuhause-Kampagne: #juHDaqratlhjay’. Seit den Anfängen in 1985 sei die klingonische Sprache von 1.800 auf heute mehr als 4.000 Wörter gewachsen, sagte Litaer, der Sprachkurse in Klingonisch gibt. Jedes Jahr komme neues Vokabular hinzu.

Der Lehrer schätzt, dass weltweit 20 bis 30 Menschen fließend Klingonisch sprechen – eine Sprache mit vielen Zungenbrechern und Kehlkopflauten. Der gebürtige Belgier hat auch schon den Kinderbuch-Klassiker “Der kleine Prinz” von Antoine de Saint-Exupery ins Klingonische übersetzt. Dafür wurde er mit dem Deutschen Phantastik-Preis 2019 (Kategorie: Beste deutschsprachige Übersetzung) ausgezeichnet.

Für viele Menschen weltweit ist die Fernsehserie “Star Trek” mehr als 50 Jahre nach ihrer ersten Ausstrahlung immer noch Kult. Zuletzt erfreute sich der Ableger “Discovery” großer Beliebtheit – auch darin haben die Klingonen eine wichtige Rolle.

Von: APA/dpa