Nagetiere beseitigen gefährliche Altlasten des Krieges

Ratten gegen Minen – VIDEO

Donnerstag, 16. Juli 2015 | 07:29 Uhr

Phnom Penh – Der Krieg ist seit Jahrzehnten vorbei – doch Minen sind bis heute eine alltägliche Gefahr für viele Kambodschaner. Jetzt sollen sie helfen, die Altlasten des Krieges aufzuspüren und zu beseitigen. Die Gambischen Riesenratten gewöhnen sich derzeit beim Cambodian Mine Action Center CMAC an ihre zwölf Betreuer.

Hier geht es zum Video

Die Tiere stammen aus Tansania. Dort wurden sie bereits seit einem alter von einem Monat für das Aufspüren von Landminen trainiert. Mit ihren hochsensiblen Nasen können die Tiere den TNT Sprengstoff in den Minen riechen. Mit knapp zwei Kilogramm Körpergewicht sind sie aber zu leicht, um die Sprengkörper zur Detonation zu bringen.

Damit haben sie eine wesentlich höher Auffindquote als menschliche Minensucher, sagen die Betreuer: "Ich glaube, mit den Ratten können wir viel schneller beim Minenräumen sein und so die Explosionsgefahr wesentlich schneller verringern. Die Ratten arbeiten viel schneller als Menschen, fünf bis sechs Mal so schnell. Für ein typisches Suchfeld, etwa 100 Quadratmeter, brauchen sie manchmal weniger als 20 Minuten. Menschen brauchen da vier bis fünf Tage."

Die Nager können einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im ganzen Land leisten. Seit dem Sturz des Roten-Khmer-Regimes 1979 sind fast 20.000 Kambodschaner durch Minen und Blindgänger getötet worden. Etwa 44.000 wurden verletzt.Die belgische Nichtregierungsorganisation APOPO nutzt die Ratten auch in anderen ehemaligen Bürgerkriegsländern wie Angola, Mosambik, Laos oder Vietnam.

Von: Reuters