Missgeschick bei der Neugestaltung

Recycelte Grabsteine in Pflaster von Villacher Platz verbaut

Dienstag, 22. August 2017 | 07:10 Uhr

Zu einem Missgeschick ist es bei der Neugestaltung eines Platzes in Villach gekommen. Wie die Stadt am Freitag mitteilte, wurden als Pflastersteine auch recycelte Grabsteine verwendet – manche von ihnen wurden so verlegt, dass die Inschriften noch leserlich sind. Wollte man diese Steine erst noch tauschen, so plädiert Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) nun dafür, sie im Pflaster zu belassen.

In den vergangenen Tagen hatten Fotos der ehemaligen Grabsteine im Pflaster des Hans-Gasser-Platzes in der Fußgängerzone auf Facebook die Runde gemacht – Nutzer überlegten, ob man den Platz nicht in “Friedhofsmeile” umbenennen sollte. Dass für den Bodenbelag wiederverwendete Steine zum Einsatz kämen, habe man bei der Stadtgemeinde bewusst entschieden: “Wir wollten nicht Steine in China oder Indien kaufen, wir haben Material eingesetzt, das bereits vorhanden war”, sagte Albel. Für den Ablauf der Arbeiten habe die ausführende Firma bereits die Verantwortung übernommen.

Beim Verlegen der Steine sei es dann zu Missgeschicken gekommen: “Den Mitarbeitern der Firma sind offenbar die Buchstaben und Zahlen in der Hitze des Gefechtes nicht aufgefallen”, so der Bürgermeister. Nun seien auf etwa 50 der rund 47.000 verlegten Steine noch Inschriften zu erkennen. Albel: “Im Grunde genommen sollten wir darin eine Einzigartigkeit sehen, eine Besonderheit, einen künstlerischen Akzent, der bereits nach wenigen Tagen breite Bekanntheit erlangt hat.” Er könne sich vorstellen, die Steine zum Teil einer künstlerischen Intervention zu machen, etwa, was die Geschichten hinter den Inschriften angeht.

Insgesamt sind 2,4 Millionen Euro in die Neugestaltung des Hans-Gasser-Platzes geflossen. Neben dem neuen Pflaster wurden Bänke, Bäume, Blumen- und Urban Gardening-Pflanztröge, sowie eine E-Bike-Ladestation und neue Buswartehäuschen errichtet.

Von: apa