Die Zwillinge kamen vor 16 Tagen zur Welt

Schönbrunner Pandazwillinge entwickeln sich prächtig

Dienstag, 23. August 2016 | 12:20 Uhr

Die Pandazwillinge im Wiener Tiergarten Schönbrunn, die vor 16 Tagen zur Welt kamen, haben sich bisher prächtig entwickelt. Die Mutter Yang Yang kümmert sich fürsorglich und völlig gelassen um ihre beiden Jungtiere. Die drei Brüder der Zwillinge – die ebenfalls in Schönbrunn zur Welt kamen – leben in China. Allen geht es gut, so der Tiergarten am Dienstag.

Die erfahrene Pandamutter säugt die Babys, putzt sie und hält sie warm. Die Kleinen werden von Tag zu Tag aktiver. “Die Jungtiere strecken sich, tatzeln mit ihren kleinen Pfoten in die Luft und unternehmen ihre ersten zaghaften Krabbelversuche auf dem Bauch der Mutter”, erklärte Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Auch der rosa Schimmer weicht immer mehr dem schwarz-weißen Fell und sie sehen schon wie Pandas im Miniaturformat aus.

Details zu Gewicht oder Geschlecht der Tiere gibt es noch keine, da nach wie vor noch kein Pfleger bei den Tieren in der Wurfbox war. Zu den Großen Pandas haben die Pfleger im Tiergarten generell keinen direkten Kontakt. “Wir müssen ohnehin warten, bis Yang Yang einmal die Höhle verlässt um Bambus zu essen, damit wir zu den Jungtieren gehen können”, sagte Zoologin Eveline Dungl zur APA.

Dass Große Pandas Zwillinge zur Welt bringen, kommt laut Dungl häufig vor. Meist zieht die Mutter allerdings nur das kräftigere Jungtier groß. Die Überlebenschancen bei Pandas in den ersten Wochen liegen lediglich bei 50 Prozent. Daher erfolgt die Namensgebung nach chinesischer Tradition erst nach 100 Tagen. “Im ersten Jahr ist die Sterblichkeit generell hoch, aber nach diesen 100 Tagen ist die Chance recht groß, dass beide überleben”, sagte Dungl. “Im speziellen bei Pandabären kommen die Jungtiere sehr schwach entwickelt zur Welt.”

“Es ist meistens so, dass ein Jungtier bis zu fünfzig Prozent größer ist als das andere. Dann ist es in der Regel so, dass die Mutter nur das stärkere aufzieht. Bei den beiden hatten wir recht schnell den Eindruck, dass beide ziemlich gleich einwickelt sind und die Mutter somit beide aufzieht – weil beide gleich viele Chancen haben”, erläuterte Dungl. Laut der Zoologin ist die Differenz zwischen Jungtier und Mutter, beispielsweise beim Gewicht, bei Großen Pandas größer als bei allen anderen Säugetieren.

Die kleinen Pandas werden wie auch ihre 2007, 2010 und 2013 geborenen Brüder höchstwahrscheinlich asiatische Namen bekommen, da die Jungtiere im Alter von zwei Jahren nach China gebracht werden. Ob es wieder ein Besuchervoting geben wird, steht noch nicht fest. Damals gaben die chinesischen Partner drei Namen vor, unter denen die Besucher des Tiergartens wählen konnten.

Heute vor neun Jahren, am 23. August 2007, erblickte der erste Schönbrunner Pandanachwuchs Fu Long das Licht der Welt. Aber nicht nur er feiert an diesem Tag Geburtstag, sondern auch sein 2010 geborener Bruder Fu Hu. Der dritte Schönbrunner Pandanachwuchs Fu Bao hat am 14. August Geburtstag. Heuer wurde er drei Jahre alt. Die Jungtiere sind im Alter von zwei Jahren in eine chinesische Pandastation übersiedelt. Die Elterntiere gehören China, daher ist es vertraglich geregelt, dass die Jungtiere dorthin zurückkommen. Laut Dungl geht es allen drei gut.

Die beiden älteren Pandas Fu Long und Fu Hu hatten je einen Zwillingsbruder. Ein Panda kam als Totgeburt zur Welt, der andere starb nach ein paar Stunden. Fu Boa war ein Einzelkind. Warum bisher immer nur Männchen auf die Welt kamen, dafür gibt es keine Erklärung.

Während es noch keinem europäischen Zoo bisher gelungen ist, auf natürlichem Weg zu züchten, ist dies die vierte Panda-Geburt in Wien. Laut Dungl spielen viele Aspekte zusammen, warum es in Schönbrunn klappt, dass sich die Pandabären natürlich paaren. Die zwei Tiere verstehen sich gut, zudem sei es wichtig, dass sich die Tiere auf die Paarung vorbereiten können und ein Informationsaustausch stattfindet. “Sobald wir sehen, dass das Weibchen aufhört zu essen und vermehrt auf Bäume klettert, lassen wir sie bereits zusammen, dann können sie sich besser aufeinander abstimmen”, erklärte Dungl.

Bis die Kleinen live zu sehen sein werden, müssen sich die Besucher noch gedulden. “Der nächste große Entwicklungsschritt im Leben der Pandazwillinge ist die Ausbildung ihres Gehörsinns im Alter von etwa fünf Wochen. Außerdem sind die Jungtiere noch blind. Erst im Alter von rund 40 Tagen öffnen sie die Augen. Es wird noch bis Jahresende dauern, bis sie wirklich krabbeln können und ihre Wurfbox verlassen werden”, sagte Schratter. Bis dahin können Pandafans die Entwicklung der Jungtiere auf einer großen Videowand im Tiergarten mitverfolgen, auf der tagesaktuell die besten Szenen aus der Wurfbox gezeigt werden.

Von: apa

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