Forscher der Eurac: Klimatische Bedingungen und Unruhen als mögliche Gründe

Skorbut bei frühmittelalterlichen Kinderknochen in Südtirol entdeckt

Donnerstag, 27. September 2018 | 15:20 Uhr

Bozen – Seit 2014 untersuchen die Skelett- und Mumienexperten der Eurac Research im Südtiroler Bozen Knochen von mehr als 300 Männern, Frauen und Kindern, die im Frühmittelalter in Südtirol lebten. Bei der Analyse von Kinderskeletten aus dem frühmittelalterlichen Friedhof von Schloss Tirol stellten die Forscher Anzeichen von Unterernährung und zwei Fälle von Skorbut fest.

Dabei handelt es sich um eine durch Vitamin-C-Mangel verursachte Krankheit. Die daran erkrankten Kinder seien zwischen elf und 14 Jahre alt gewesen, teilte die Eurac am Donnerstag in einer Aussendung mit.

eurac

“Vitamin C wird über die Nahrung aufgenommen: In Obst und frischem Gemüse steckt viel Vitamin C, auch in Milch, Fleisch und Fisch sind kleinere Mengen enthalten”, erklärte Alice Paladin, Anthropologin bei Eurac Research. “Krankheiten wie Skorbut deuten darauf hin, dass die Menschen, die zu jener Zeit in der Nähe von Schloss Tirol lebten, keinen Zugang zu diesen Lebensmitteln hatten”, fügte sie hinzu.

Eine mögliche Ursache dafür könnten nach Ansicht der Experten die klimatischen Bedingungen sein. So könnte ein extrem harter Winter zu Ernteausfällen geführt oder die Bevölkerung isoliert haben. Doch auch Krieg und Unruhen würden als Ursache infrage kommen. “Die wenigen Chroniken aus jener Zeit erzählen, dass Südtirol aufgrund seiner strategisch wichtigen geografischen Lage von Truppen aus dem Norden und Osten umkämpft wurde und gleichzeitig Durchzugsgebiet von Kriegern und Schauplatz von Belagerungen war”, so Paladin. Dadurch könnte die lokale Bevölkerung gezwungen gewesen sein, ihre Nahrung zu reduzieren, um beispielsweise die kriegerischen Truppen zu versorgen.

Von: apa

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare

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7 Kommentare auf "Skorbut bei frühmittelalterlichen Kinderknochen in Südtirol entdeckt"


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Schreibabundzu
Schreibabundzu
Grünschnabel
24 Tage 50 Min

Wenn a visite brauchsch noor wortesch 2 munat … obo un in olta knochn manondo zu wualn hobn se zeit

Storch24
Storch24
Tratscher
23 Tage 23 h

Richtig, da wird geforscht und Geld ausgegeben. Ein normal Sterblicher darf einfach sterben ……

berthu
berthu
Superredner
23 Tage 23 h

In ddr EURAC gibt’s kua Visite.

Schreibabundzu
Schreibabundzu
Grünschnabel
23 Tage 22 h

@berthu … jo obo geld werd aussi gschmissn wos es in do sanitaet dringend brauchat

Amadeus
Amadeus
Grünschnabel
23 Tage 21 h

Na bravo. Um zum Ergebnis dieser Untersuchungen zu kommen braucht man nur den normalen Hausverstand einschalten. Diese Mangelerscheinungen waren im Mittelalter doch ganz normal. Für solche Forschungen, die den heutigen gesunden und kranken Menschen gar nichts bringen, sollte nun wirklich kein Geld bei den Fenstern der EURAC hinausgeworfen werden. Das ist eine Beleidigung für die heutige Menschheit.

Staenkerer
23 Tage 18 h

wenn se in 600- 700 johr de knochn der jetz verstorbenen ausgrobn, wern se feststelln das de an überernährung gstorbn sein …

amme
amme
Superredner
23 Tage 10 h

für so a schmorrn hobns geld.kennen sie an mindestrentner a bold segn

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