Eigenwillige Lösung

Sprachverwirrung: Indisches Gericht stellte Verfahren ein

Samstag, 29. April 2017 | 18:21 Uhr

Indiens Oberster Gerichtshof hat eine eigenwillige Lösung für einen der berüchtigten epischen Prozesse des Landes gefunden. Wie die Zeitung “Hindustan Times” am Mittwoch berichtete, stellten die Richter das Verfahren nach fast zwei Jahrzehnten ein – weil niemand mehr mit dem Fachchinesisch klar kam.

“Wir müssen diesen Fall beiseitelegen, weil wir ihn nicht verstehen”, erklärten die obersten Richter. Die Anwälte beider Seiten konnten ihnen ebenfalls nicht helfen. Auch er habe mit der Faktenlage zu kämpfen, räumte der Anwalt des Klägers ein.

Der Fall beschäftigte die indischen Gerichte seit 1999. Damals hatte ein Vermieter versucht, die Kündigung seines zahlungssäumigen Mieters gerichtlich durchzusetzen. Nach fast 20 Jahren landete das Verfahren schließlich vor dem Obersten Gericht, nachdem die letzte Instanz dem Mieter recht gegeben hatte. Doch selbst diese einfache Tatsache ließ sich aus dem mit Fachbegriffen überfrachteten Urteil nur erraten.

Von: APA/ag.