Ein hartes Urteil?

Tätowiert: Mutter darf nicht mehr stillen

Freitag, 19. Juni 2015 | 08:14 Uhr

Ein australischer Richter hat einer jungen Mutter wegen Tätowierungen das Stillen ihres Babys verboten. Die 20-Jährige soll sich laut buzz im vergangenen Monat Finger und Fuß tätowieren lassen haben. Aus diesem Grund nahm der Vater ihr das gemeinsame Kind weg.

Er beschuldigte seine Ex-Freundin, psychische Probleme zu haben und drogenabhängig zu sein. Daraufhin forderte die Frau, vor Gericht angehört zu werden.

Jetzt entschied der Richter, dass die Mutter zwar weiterhin erste Sorgeberechtigte bleiben darf, untersagte ihr aber den elf Monate alten Buben weiter zu stillen, da ihr beim Tätowieren womöglich Krankheiten übertragen wurden.

Die Frau legte Berufung ein. Ein Test auf HIV und Hepatitis fiel negativ aus.

Kritik am Urteil kam von der „Australian Breastfeeding Association“ auf: Der Verband stillender Mütter warnt, dass dadurch ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen werden könnte.

Tätowieren sei eine reglementierte Industrie. Die Wahrscheinlichkeit, sich dabei mit einer Krankheit anzustecken, sei daher sehr gering. Solange es keinen Nachweis für eine Krankheit gebe, bestehe auch keine Gefahr. Der Verband rief alle tätowierten Frauen auf, ihre Kinder weiter zu stillen.

Von: ©lu