Maskengegner protestiert

Tanga statt Schutzmaske: US-Fluggast muss Maschine verlassen

Freitag, 17. Dezember 2021 | 07:05 Uhr

Weil er sich anstelle einer Schutzmaske einen roten Tanga über das Gesicht zog, ist ein Fluggast in den USA vor dem Start aus der Maschine geworfen worden. Der Maskengegner wollte von Fort Lauderdale im US-Staat Florida in die Hauptstadt Washington fliegen, so Medienberichte. Ein Handyvideo zeigt, wie er mit roter Damenunterwäsche im Gesicht auf seinem Platz sitzt und dann von Mitarbeitern der Fluggesellschaft United Airlines aufgefordert wird, die Maschine zu verlassen.

Der 38-Jährige protestierte mit der ungewöhnlichen Gesichtsbedeckung gegen die Maskenpflicht in Flugzeugen. “Die beste Art, Absurdität aufzuzeigen, ist mit Absurdität”, sagte er dem Sender NBC2. Die Maskenpflicht sei “Unsinn”, “dumm” und “Theater” – schließlich wisse das Coronavirus nicht, “dass wir uns in Flughöhe befinden”. Die in Flugzeugen in den USA geltende Maskenpflicht hat allerdings nichts mit der Flughöhe zu tun – sondern damit, dass viele Menschen über Stunden auf engem Raum zusammensitzen.

Der Mann verglich sich auf NBC2 sogar mit der US-Bürgerrechtsikone Rosa Parks. Die Afroamerikanerin hatte 1955 im Südstaat gegen die Rassentrennung protestiert, indem sie sich weigerte, von einem Sitzplatz in einem für weiße Fahrgäste reservierten Bereich eines Busses aufzustehen. Wandel in den USA sei immer von “normalen Menschen” ausgegangen, sagte der Fluggast. “Rosa Parks war nicht berühmt. Sie hat den Gang der Geschichte verändert.”

Nachdem der Mann aus der Maschine geworfen wurde, verließen seinen Angaben zufolge mehrere weitere Passagiere das Flugzeug. United Airlines lobte das Verhalten der Crew. “Der Kunde hielt sich eindeutig nicht an die von den Bundesbehörden verhängte Maskenpflicht”, erklärte die Fluggesellschaft. Es sei begrüßenswert, dass die Besatzung das Thema noch vor dem Start angegangen sei und damit mögliche Probleme während des Flugs verhindert habe.

Von: APA/AFP