Er wurde auch zu einer Gefängnisstrafe verurteilt

Top-Samenspender ist in Wahrheit schizophren

Mittwoch, 22. April 2015 | 10:49 Uhr

Port Hope – Ein lesbisches Paar aus Port Hope in Kanada glaubte, den idealen Samenspender zu haben: kerngesund und mit einem IQ von 160. Nun stellt sich heraus: Der Vater ihres Kindes leidet an Schizophrenie, er hat keinen Abschluss und er saß im Gefängnis, berichtet die Welt. Nun hat das Paar die Samenbank wegen Betrugs verklagt.

Als Angela Collins und ihre Lebenspartnerin Margaret Elizabeth Hanson vor neun Jahren entschlossen, ein Baby zu bekommen, wurden die beiden bei ihrer monatelangen Suche nach einem geeigneten Vater erst in Augusta im US-amerikanischen Bundesstaat Georgia fündig. Die renommierte Samenbank Xytex Corporation präsentierte dem Paar einen Spender, der perfekt schien und diese tollen Eigenschaften natürlich auch dem Kind weiter vererben sollte.

Xytex pries den Mann als unter anderem als „eloquent“, mit einem „IQ von 160“ und mit einem abgeschlossenen Studium der Neurowissenschaften an. Neben den intellektuellen Qualitäten überzeugte das Paar auch die scheinbar beeindruckende Gesundheitsgeschichte.

Die wahre Geschichte des Spenders kommt ans Licht

Durch einen Zufall stellte sich heraus: Alles war nur Schwindel. Aus Versehen hatte die Firma den Klarnamen des Spenders in einer E-Mail erwähnt. Das Paar wurde neugierig und startete eine Recherche zum biologischen Vater ihres Sohnes. Doch das Ergebnis fiel für die beiden Frauen schockierend aus.

James Christian A. heißt der mutmaßliche Spender eigentlich und der Mann ist alles andere als ein verkanntes Genie. Laut Collins und Hansen soll er das College abgebrochen und vermutlich den Begriff Neurowissenschaften noch nie in seinem Leben gehört haben. Im Jahr 2005 wurde der Samenspender wegen eines Überfalls zu einer Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung verurteilt.

Bedenklicher Gesundheitszustand des biologischen Vaters

Größere Sorgen bereitete dem Paar Die besorgniserregende Krankenakte des Mannes. Der biologische Vater leidet demnach an Schizophrenie – eine psychische Erkrankung, die laut medizinischen Studien vererbbar sein könnte.

Falls nur ein Elternteil davon betroffen ist, liegt die Gefahr, dass auch ein Nachkomme später unter Schizophrenie leidet, laut Experten bei zehn Prozent. Das Paar verlangt nun Schadenersatz in unbekannter Höhe und die Einrichtung eines Fonds, um mögliche Krankenkosten für ihren Sohn sowie laut Klageschrift für mindestens 36 weitere Kinder, die vom selben Spender gezeugt wurden, zu decken.

Xytex weist die Vorwürfe zurück und wälzt die Schuld auf den Spender ab. Dieser habe ein medizinisches Gutachten vorgelegt und versichert, dass er weder unter physischen noch unter anderen medizinischen Beeinträchtigungen leidet. Außerdem habe der Spender auch Diplome vorgelegt, die seine akademische Laufbahn dokumentieren würden.

Von: ©mk