Für starke Fotos von der totalen Mondfinsternis braucht man ein Teleobjektiv

Totale Mondfinsternis: So gelingen Fotos vom Blutmond

Mittwoch, 25. Juli 2018 | 15:51 Uhr

Am Freitagabend steht der rote Mond über dem Horizont. Wer ihn mit der Kamera einfangen will, sucht sich am besten früh einen guten Platz. Geht das Himmelsspektakel einmal los, ist keine Eile geboten. Fotografen haben viel Zeit, den Blutmond abzulichten.

Für schöne Fotos von der totalen Mondfinsternis am Freitagabend (27. Juli) brauchen Fotografen drei Dinge: eine System- oder Spiegelreflexkamera mit Teleobjektiv, ein Stativ und den richtigen Standort.

“Man braucht freie Sicht auf den Süd-Ost-Horizont”, sagt der Luft- und Raumfahrtexperte Ulrich Köhler. Vor allem im östlichen Flachland und im Süden Österreichs dürften kaum Wolken den Blick auf die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts in der seltenen, zufälligen Kombination mit der besonders guten Sichtbarkeit des Mars trüben. Zu Beginn der eine Stunde und 43 Minuten dauernden Totalität am Freitag ab 21.30 Uhr kann es aber noch Restwolken geben, hieß es am Mittwoch seitens der ZAMG.

Damit der Mond auch schön groß das Bild bestimmt, braucht es ein Teleobjektiv. “200 Millimeter sind gut, 400 sind besser”, sagt Köhler. “Sonst ist man hinterher enttäuscht, wie klein der Mond ist.” Damit nichts verwackelt, nimmt man entweder ein Stativ oder sucht sich eine feste Unterlage für die Kamera – etwa eine Mauer. Wichtig ist, die Empfindlichkeit der Kamera nicht zu hoch zu stellen. Bei hohen ISO-Werten verrauschen die Bilder leicht. Köhler rät zu geringerer Empfindlichkeit und lieber etwas längerer Belichtung.

Wer einen sternenklaren Blick auf den Abendhimmel erhascht, hat die Möglichkeit, ein rares astronomisches Doppel zu beobachten: Denn neben der Mondfinsternis, die vor allem ab dem Eintreten der Dunkelheit um etwa 22.00 Uhr mit dem im Südosten tiefrot erscheinenden Mond aufwarten wird, steht auch der Mars zum Beobachten äußerst günstig. Er befindet sich in “Opposition”, also exakt auf der anderen Seite der Erde als die Sonne, und darüber hinaus auch mit einem Abstand von “nur” rund 60 Millionen Kilometer auch sehr nahe an der Erde. Derart eng beisammen sind unser Heimatplanet und der Mars nur alle 15 bis 17 Jahre. Daher wird der Rote Planet senkrecht unter dem roten Mond ebenfalls als ungewöhnlich heller Lichtpunkt erscheinen.

Sollen neben Fotos von Mond und von Mond und Mars auch größere Aufnahmen vom Nachbarplaneten gemacht werden, braucht es laut Köhler allerdings schon ein Teleskop.

Mondfinsternisse gibt es nur bei Vollmond, dabei tritt der Erdtrabant in den Schatten der Erde. Die rote Färbung kommt vom Sonnenlicht, das von der Erdatmosphäre in Richtung Mond gestreut wird. Zu dieser besonderen Mondfinsternis laden astronomische Vereinigungen in ganz Österreich zum gemeinsamen Beobachten. In Wien und Umgebung sind das etwa die Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA), die auf dem Cobenzl, der Sophienalpe oder am Laaer Berg “Public Viewings” veranstaltet, und das Wiener Astronomische Büro, das ins Freiluftplanetarium Sterngarten am Georgenberg lädt.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Totale Mondfinsternis: So gelingen Fotos vom Blutmond"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Loewe
Loewe
Superredner
27 Tage 7 h

Gutes Gelingen mit wunderschönen Bildern!!

Evi
Evi
Tratscher
27 Tage 4 Min

Ich hoffe auf ‘freie Sicht’ und freue mich auf einen schönen Abend.

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