"Ungeheuerlicher Fehler"

US-Gefängnis stuft dreifache Mutter als Mann ein

Samstag, 17. September 2016 | 08:20 Uhr

Eine dreifache Mutter hat die US-Justizbehörden auf Schmerzensgeld verklagt, weil sie nach einer Festnahme für einen Mann gehalten und in ein Männergefängnis gesteckt wurde. Der Strafvollzugsbehörde in Miami sei ein “ungeheuerlicher Fehler” unterlaufen, für den die 54-jährige Fior Pichardo de Veloz nun mit 750.000 Dollar (670.000 Euro) entschädigt werden müsse, heißt es in der Klageschrift.

Pichardo de Veloz war wegen Drogenvorwürfen festgenommen worden, die später aber wieder fallengelassen wurden. Der Klageschrift zufolge ergab eine medizinische Untersuchung bei ihrer Einlieferung, dass sie über “nicht-traditionelle männliche Geschlechtscharakteristika” verfüge. Die Fortpflanzungsorgane der 54-Jährigen, die nach Angaben ihrer Anwälte drei Kinder hat, seien fälschlicherweise als männlich eingestuft worden.

Erst nach einer neuerlichen Untersuchung hätten die Behörden den Fehler erkannt, heißt es in dem Justizdokument. “Pichardo ist recht feminin und verfügt über keinerlei Charakteristika, die man mit denen eines Mannes verwechseln könnte”, schrieb der Anwalt darin. Seine Mandantin leide noch heute unter Angstzuständen und Furcht vor Vergewaltigung. Sie sei mit 40 Männern eingesperrt gewesen, sei belästigt und mit Vergewaltigung bedroht worden.

Von: APA/ag.

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

3 Kommentare auf "US-Gefängnis stuft dreifache Mutter als Mann ein"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Jogl
Tratscher
11 Tage 21 h

USA. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten !!!!!
😁😁😁😁

Dublin
Tratscher
11 Tage 19 h

Ähnliches gibt’s bei uns auch. Eine Bekannte namens Andrea hatte Musterungsbescheid erhalten. In Italien ist Andrea eben ein Mann.

Basti
Grünschnabel
11 Tage 19 h

Di Justiz der USA funktioniert holt onderst. Wenn ba ins a Unternehmen Mist baut (zB Sicherheitshinweise vergisst, an Fluss verpestet, Sicherheitsvorschriften missochtet usw…) nor kassiert ba ins dor Stoot di Geldstrofe (zB Verbandsstrafe) und dor uanzelne höchstens der Schoden wos er konkret Beweisn konn (jeden Euro genau belegn konn) dass ihn dadurch enstonden isch. In de USA kassierts meistens der, der di Ungelegenheit als erstes verfolgt sowohl in Schodenersotz (Fochlich compensatory damages) und gleichzeitig no di Strofe firs Unternehmmen (Fochlich punitive damages). Die compensatory damages sein meistens net viel heachor wia ba ins do und sell sein dor eigentliche “Schodenersotz”.

wpDiscuz