Die Jugendberatungsstelle zieht Bilanz über die Tätigkeit 2014

WhatsApp bei Young+Direct?

Freitag, 17. April 2015 | 17:43 Uhr

Bozen – Jugendliche brauchen in der Phase der Pubertät immer wieder Hilfe. Das bestätigt die Tätigkeit der Jugendberatungsstelle Young+Direct auch im Jahr 2014. Knapp 1.800 Mal haben Südtirols Jugendliche um Rat gefragt, wobei die neue Beratungsschiene WhatsApp sehr stark genutzt wurde. In zahlreichen Workshops an Schulen konnte das Team wertvolle Präventionsarbeit leisten.

Die Themen, zu denen die Jugendlichen 2014 Hilfe gesucht haben, entsprachen großteils denen der letzten Jahre. Verändert haben sich inzwischen aber die Wege, über die sie sich Hilfe suchen. Nicht nur im Alltag, sondern auch wenn sie über ihre Unsicherheiten oder Probleme „reden“ wollen, bevorzugen die Jugendlichen nun häufig das Internet. „Diesem Bedürfnis trägt Young+Direct Rechnung und hat die Beratungskanäle entsprechend ausgeweitet“, so Martina de Zordo, Vorsitzende des Südtiroler Jugendrings. „Um aktuell und für die Jugendlichen erreichbar zu bleiben, haben wir seit 2012 das Angebot kontinuierlich erweitert. Neben Telefonberatung, E-Mail-Beratung und persönlichen Gesprächen können jetzt auch Facebook, Skype und WhatsApp für die Beratung genutzt werden.“

Vor allem WhatsApp steht dabei hoch im Kurs. In einem halben Jahr wurden auf WhatsApp mit 351 Kontakten fast gleich viele Kontakte verzeichnet, wie am Jugendtelefon über das gesamte Jahr (362 Gespräche). Im Online-Kummerkasten sind 821 E-Mails eingegangen, 26 Beratungen gab es auf Facebook. „Erfreulicherweise suchen viele Jugendliche trotz digitaler Kommunikationsformen weiterhin den persönlichen Kontakt. Das ist uns sehr wichtig. Die Berater/innen haben insgesamt 204 persönliche Gespräche geführt“, erklärt de Zordo weiter.

Michael Reiner, der Leiter von Young+Direct, bekräftigt ebenfalls die Wichtigkeit einer vielseitigen und vor allem leichten Erreichbarkeit. „Wenn man sich vor Augen führt, dass bei den Beratungen die so genannten persönlichen Themen ganz oben stehen, welche unter anderem Lebenskrisen, psychische Probleme, Selbstverletzendes Verhalten aber auch Suizidgedanken, Ängste oder depressive Verstimmungen beinhalten, dann wird deutlich, wie hilfreich es ist, schnell und leicht erreichbar zu sein, um dann bzw. bei Bedarf auch einen persönlichen und intensiven Kontakt aufbauen zu können.“ Wer vermutet, dass Jugendliche über WhatsApp eher oberflächlich kommunizieren oder „belanglose“ Inhalte ansprechen, täuscht sich. „Auch über dieses Medium werden sehr schwierige Themen angesprochen und es kommt zu einem sehr intensiven Austausch“, sagt Reiner.

Ein wichtiger Schwerpunk der Tätigkeit von Young+Direct waren erneut Aktionen vor Ort in Form von Infostands, Referaten und Diskussionsrunden sowie zahlreiche Workshops an Schulen. In 75 Klassen hat das Team mit den Schüler/innen die Themen Liebe, Freundschaft, Sexualität vertieft sowie den sicheren Umgang mit dem Internet und Social Media besprochen. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnten 4.300 Jugendliche direkt angesprochen werden.

Die Vorsitzende des Südtiroler Jugendrings de Zordo betont abschließend, das Team von Young+Direct werde auch weiterhin für alle Jugendlichen in Südtirol da sein und auf deren Anliegen und Bedürfnisse reagieren.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen