Wie ticken die Fans der Band?

Wie rechts ist Frei.Wild?

Samstag, 13. Juni 2015 | 18:26 Uhr

Brixen/Berlin – Die erfolgreiche Südtiroler Band Frei.Wild, die erst kürzlich ihr jüngstes Album "Opposition" veröffentlicht hat, sorgt weiter für Kontroversen. Obwohl die Vorgängeralben in den deutschen Charts ganz oben landeten, werfen ihnen Kritiker laut einem Bericht von deutschlandfunk.de noch immer vor, subtilen Rechtsrock zu spielen. In Ihren Texten appelliert die Band unter anderem an Heimatliebe und Patriotismus, was sie auch offen zugibt. Klaus Farin vom Archiv der Jugendkulturen in Berlin hat sich mit der Musikgruppe und deren Fans intensiv auseinandergesetzt.

Eines gleich vorweg: Anträge, gewisse Songs von Frei.Wild auf den Index zu setzen, sind in Deutschland immer wieder gescheitert. Trotzdem sorgte die Band bei der jährlichen Echo-Verleihung für mehrere Eklats hintereinander. 2013 gab es Proteste, im folgenden Jahr hat die Band die Veranstaltung dann selbst boykottiert. Heuer stand der Vorwurf der Zensur im Raum, da Frei.Wild und die wiedervereinigte Band Böhse Onkelz nicht als Nominierte in einer Kategorie erwähnt wurden.

Klaus Farin wollte es nun aber genau wissen: Wie rechts ist diese Band? Wie ticken die Südtiroler Musiker und ihre Fans? Seine Erkenntnisse hat er in dem Buch "Frei.Wild – Südtirols konservative Antifaschisten" gebündelt. Dafür hatte er im Vorfeld Interviews mit den Bandmitgliedern und ihre Anhänger sowie eine breite Online-Umfrage mit mehreren 1.000 Teilnehmern durchgeführt. Das Buch erscheint Ende April.

Im Rahmen des "Alpen Flair" Festivals stellen sich der Autor und die Band am Donnerstag einer Podiumsdiskussion, berichtet stol.it.

In einem Interview mit Welt online erklärt Farin, dass er überzeugt davon sei, dass es Frei.Wild mit ihrer Ablehnung von Rassismus, Rechtsextremismus und Rechtsrock ehrlich meinen würden. Die Band sei unpolitisch und nur durch ihr öffentliches Bild politisch geworden. In diesem Zusammenhang kritisierte Farin auch den Undercover-Journalisten Thomas Kuban ausgedacht, der Frei.Wild in der Vergangenheit der rechten Szene zuordnete.

Dass die Mitglieder von Frei.Wild ihre angeblich wahre Meinung verheimlichen würden, um ihre Karriere voranzutreiben, sei absurd, so der Autor. Politisch würde er Frei.Wild irgendwo zwischen CDU und CSU ansiedeln. „Sie sagen ja selbst von sich, konservativ zu sein. Vier Jungs eines kleinen Bergvolks. Handwerksburschen und Familienmenschen, die ihre Traditionen und ihren Glauben pflegen. Politisch würde ich sie irgendwo zwischen“, erklärt Farin im Interview mit Welt online.

Zu den Fans meint Farin, dass es sich dabei um ein breites Spektrum handle. Extremistische Positionen seien aber die Ausnahme und nicht die Regel.

Von: ©mk

Bezirk: Eisacktal