Skandinavische Länder sind toleranter

“Wildcampen” in Europa: Keine einheitlichen Regeln

Dienstag, 30. August 2022 | 08:22 Uhr

In Europa gibt es keine einheitlichen Regeln zum “Wildcampen”. Während in Kroatien, Portugal und Griechenland freies Stehen strengstens verboten ist, sollte man sich in Italien direkt bei örtlichen Behörden informieren.

In Österreich ist freies Stehen mit dem Zelt oder Campingfahrzeug – umgangssprachlich “Wildcampen” genannt – größtenteils verboten. Auf europäischer Ebene gibt es keine einheitliche Regelung zum Wildcampen. Daher läuft man schnell Gefahr, Strafen zu kassieren. Generell verboten ist das Campen in ganz Europa in Nationalparks und Naturschutzgebieten sowie auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Auf privaten Grundstücken darf nur mit Erlaubnis der Eigentümer übernachtet werden. “Will man in Europa campen, sollte man sich vorab genau informieren, wo freies Stehen erlaubt ist bzw. im Zweifelsfall lieber auf einen offiziellen Stellplatz oder Campingplatz ausweichen”, rät Tomas Mehlmauer, Präsident des Österreichischen Camping Clubs (ÖCC).

Einige Länder sind besonders streng und verbieten das Campen außerhalb von gekennzeichneten Campingplätzen gänzlich – darunter Kroatien, die Slowakei, Slowenien, Ungarn, Portugal und Griechenland. In anderen Ländern wiederum gibt es zeitliche Befristungen für freies Stehen. “So ist es in Deutschland gestattet, ‘zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit’ einmalig für maximal zehn Stunden zu übernachten. In Belgien darf man höchstens 24 Stunden am Stück abseits offizieller Stellplätze pausieren”, weiß der ÖCC-Experte.

OECC

Um im öffentlichen Raum campen zu können, sollte man sich in Italien, der Schweiz und Polen bei den örtlichen Behörden nochmal vergewissern, dass kein Verbot besteht. In Frankreich ist es Camper:innen nicht erlaubt, in der Nähe der Küste und bei Sehenswürdigkeiten frei zu stehen.

Skandinavische Länder sind toleranter gegenüber Wildcamping

In Norwegen, Schweden und im Baltikum beispielsweise ist es mit kleinen Einschränkungen erlaubt, mehrere Nächte in der freien Natur zu verbringen. Einige grundsätzliche Regeln sollte man dabei stets beachten: “Wo freies Stehen toleriert wird, sollte man sich rücksichtsvoll verhalten – also nur den nötigsten Campingbetrieb durchführen, möglichst leise sein und keinen Mist zurücklassen”, so Camping-Experte Mehlmauer. Offenes Feuer ist besonders im Waldgebiet zu vermeiden.

“Ländliche Gastgeber” ermöglichen authentisches Kurzzeit-Campen

Eine Alternative zum Wildcampen bieten verschiedene Konzepte “ländlicher Gastgeber”. “Gegen eine einmalige Gebühr bekommt man Zugang zu einem großen Netzwerk aus landwirtschaftlichen Betrieben, bei denen für maximal 24 Stunden das Privatgrundstück als Stellplatz genutzt werden darf – Kontakt zu den Gastgeber und deren landwirtschaftlichen Produkten meist inklusive”, weiß der Experte. So gibt es beispielsweise in Österreich “Bauernleben” oder “Schau aufs Land”, das zusätzlich auch in Slowenien verfügbar ist. Für Camper, die ins Ausland reisen, gibt es in Italien “Agricamper Italia”, in Frankreich die “France Passion”, in Spanien die “Espana Discovery” und in Deutschland das “Landvergnügen”.

ÖCC-Mitglieder erhalten vielfältige Leistungen: Neben persönlicher Reiseberatung und einer eigenen Campingzeitschrift profitieren Mitglieder von attraktiven Ermäßigungen bei über 3.400 Campingplätzen oder beim Mieten von Wohnmobilen. Außerdem bieten über 170 Partnerbetriebe günstige Konditionen. Nähere Informationen zum ÖCC und zum Campen allgemein unter www.campingclub.at.

Von: luk

Kommentare

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8 Kommentare auf "“Wildcampen” in Europa: Keine einheitlichen Regeln"


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Markuskoell
Grünschnabel
25 Tage 22 h

Hauptsache in Südtirol isch es verboten was die andren machen ist mir gleich 😉

Goennenihrwichtigtuer
25 Tage 20 h

😂🤣👍 Meine Rede…

Soley
Soley
Grünschnabel
25 Tage 21 h

In Skandinavien aus dem Allemannsrett / Jedermannsrecht gewachsen, bezieht sich die großzügige Erlaubnis eher auf wildes Zelten in der Natur, weit genug weg von nächsten Nachbarn. Netterweise werden auch Camper und Wohnmobile toleriert.

N. G.
N. G.
Kinig
25 Tage 20 h

Glaub kaum das Skandinavier selbst dann Müll und Dreck hinterlassen. Die sind in vielerlei Hinsicht fortschrittlicher als der Rest auf dem europäischen Kontinent. Je weiter südlich um so schmuddeliger wirds. In ALLEN Bereichen!

MartinSchmidt
MartinSchmidt
Tratscher
25 Tage 17 h

Es Zelten in Skandinavien weit mehr als nur Skandinavier. Wenn man Leuten die Möglichkeit gibt dann verhalten sich die meisten auch gut. Natürlich müsste es bei uns ein bisschen anders sein weil es einfach weniger Platz und mehr Touristen gibt. Aber grundsätzlich sollte es schon die Möglichkeit geben in der Natur zu Zelten.

Hustinettenbaer
26 Tage 3 h

Wildcampen in Deutschland: 11 legale Orte für Camping in der Natur (reisereporter.de)
Z.B. “8. AlpacaCamping
Wer auf der Plattform „AlpacaCamping“ einen Stellplatz findet, übernachtet auf den Grundstücken von Landwirten und Winzerinnen. Die Plattform bietet in Deutschland und Österreich mehr als 2000 Stellplätze an, der Ausbau nach Frankreich und Italien ist dem Unternehmen zufolge geplant.”

N. G.
N. G.
Kinig
26 Tage 2 h

Tolle Alternative für schmale Kassen. Gerade für Jugendliche und jung gebliebene. Grins

MartinSchmidt
MartinSchmidt
Tratscher
25 Tage 17 h

Also ich glaube in einem Zelt in der natur zu schlafen sollte erlaubt
werden. ABER: Es geht natürlich nicht dass in Südtirol jeder Tourist ein
Zelt aufstellt. Aber für Einheimische sollte das schon erlaubt werden,
vielleicht auch nur in ausgewiesenen Zohnen oder ab gewissen Abstand zum
Dorf oder Höhe. Aber es muss doch möglichkeiten geben für jemand Zelten
zu gehen und in der Natur zu schlafen.

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