Politik

30 Jahre Friedliche Revolution [1:48]

Mittwoch, 09. Oktober 2019 | 17:19 Uhr

Der 9. Oktober 1989 war es, an dem rund 70.000 DDR-Bürger in Leipzig auf die Straßen gegangen sind, um gegen die SED-Führung zu demonstrieren. “Wir sind das Volk” und “Keine Gewalt” skandierten die Demonstrierenden. An jenem Montagmorgen gab es Gerüchte, dass Panzer und Soldaten bereitstünden und ein Schießbefehl ausgegeben worden sei. Angesichts der großen Anzahl der Menschen und eines fehlenden Einsatzbefehls aus Berlin zogen die rund achttausend Einsatzkräfte wieder ab.

Heute, auf den Tag genau 30 Jahre später, feiert Leipzig das Jubiläum der Friedlichen Revolution. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, der 9. Oktober sei ein großer Tag für die deutsche Geschichte. Aber:

“Ich sehe ein Land, in dem sich Risse auftun, Risse, die sich auch in Wahlergebnissen widerspiegeln, aber mehr noch in der Art und Weise, wie wir übereinander und wie wir über dieses Land reden. Ich höre von einem Land, in dem Menschen sich abgehängt fühlen, links liegengelassen von Politik und, wie es manchmal heißt, Eliten. Ich höre von einer wachsenden Kluft – längst nicht nur zwischen Ost und West – auch zwischen Lebenswelten: zwischen Stadt und Land, zwischen Arm und Reich. Ich höre junge Menschen, die sich von den älteren verlassen., sogar verraten fühlen. Sie fürchten, dass ihnen die Zukunft auf unserem Planeten geraubt wird.”

30 Jahre nach der Wiedervereinigung sei es an der Zeit, dass auch die Geschichte und die Geschichten der Ostdeutschen Teil eines gemeinsamen Wir würden. Vor diesem Hintergrund forderte der Bundespräsident einen neuen “Solidarpakt der Wertschätzung” in der Gesellschaft.

Von: reuters

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