Politik

Alternativer Drogenbericht: Regierung tut zu wenig [2:14]

Freitag, 05. Juli 2019 | 16:25 Uhr

Der Traum eines jeden Cannabis-Genießers. In der Öffentlichkeit entspannt ein und ausatmen, ohne einen Gesetzeshüter im Rücken zu wähnen, der einem vielleicht den ruhigen Moment vermiesen könnte.

Dass Menschen in Deutschland immer mal wieder auf die Straßen gehen, um für eine Legalisierung von Marihuana zu demonstrieren, gehört auch seit Jahren zum Alltag der Behörden.

Das Strafmaß variiert von Bundesland zu Bundesland. In Berlin werden 15 Gramm als “geringe Menge” eingestuft, in Bayern nur 6.

Suchtforscher Heino Stöver wirft der Bundesregierung in der Drogenpolitik Versagen vor. Am Freitag stellte er unter anderem mit der Deutschen Aidshilfe den 6. Alternativen Drogen- und Suchtbericht vor.

“Weil viele drängende Fragen im offiziellen Bericht der Bundesregierung nicht gestellt werden gar, geschweige denn beantwortet werden. Und wir sehen im Bundesdrogenbericht deutlich auch parteipolitische Scheuklappen. Das heißt, dass bestimmte Themen gar nicht angesprochen werden. “

Wie zum Beispiel “Drug-Checking” – ein legales Testen von illegalen psychoaktiven Substanzen, wie Ecstasy oder Speed. In der Schweiz vor Clubs und Bars längst gängig, so Stöver. Aber auch generelle Präventionen, wie man zum Beispiel die Zahl der Drogentoten verringern kann, oder dass man Opiatabhängigen eine bessere Betreuung bietet, tauchen im offiziellen Bundesbericht gar nicht auf.

“Wir wünschen uns eigentlich keine neue oder keine neuen Drogenbeauftragten, sondern wir wünschen uns eine Kommission, nach dem Vorbild der schweizerischen oder der eidgenössischen Betäubungsmittelkommission. Das ist eine Kommission bestehend aus Fachleuten, die Expertise haben in verschiedenen Feldern, und die zusammen sozusagen neue Politikstrategien oder Aktionsprogramme beschließen und entwickeln. Und das ist wissenschaftsbasiert und nicht ideologiebasiert. “

Die bisherige Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler von der CSU, wurde im Mai ins EU-Parlament gewählt. Wer jetzt das Amt übernimmt, ist noch unklar. Stöver und seine Mitstreiter wollen hingegen auf neue Präventionswege aufmerksam machen. Wie zum Beispiel bei den sogenannten “Volksdrogen” Tabak und Alkohol, an denen laut dem Bericht jährlich rund 74.000 Menschen sterben.

Von: reuters

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz