Vermischtes

Angehörige reagieren mit gemischten Gefühlen auf Urteil gegen Niels Högel [1:38]

Donnerstag, 06. Juni 2019 | 14:54 Uhr

HINWEIS: DIESER BEITRAG WIRD IHNEN OHNE ZUSÄTZLICHEN SPRECHERTEXT GESENDET

MELANIE BITTER, GERICHTSSPRECHERIN: “Der Angeklagte Niels Högel wurde heute von der Schwurgerichtskammer des Mordes in 85 Fällen für schuldig befunden. Es wurde eine lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe verhängt, ein Berufsverbot lebenslänglich angeordnet und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. in 15 Fällen ist Herr Högel freigesprochen worden.”

NEBENKLÄGER FRANK BRINKERS, IN SEINEM FALL GAB ES EINEN FREISPRUCH: “Es ist übel. Man ist zweieinhalb Jahre im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hölle gegangen mit dem ganzen hin und her. Und jetzt doch noch keinen richtigen Abschluss zu haben, ist nicht so ganz, was ich mir erhofft habe.”

KIRSTEN HÜFKEN, VERTEIDIGERIN: “Die Staatsanwaltschaft hat ja auch auf mehr Verurteilungen plädiert. Also, insofern ist das jetzt nicht unerwartet. Wir sind jetzt nicht tief betroffen, von diesem Urteil. Sondern wir müssen es einfach sacken lassen. Und deswegen ist das hier jetzt auch, bitte ich um Verständnis, dass wir soviel noch gar nicht sagen können.”

CHRISTIAN MARBACH, SPRECHER DER OPFERANGEHÖRIGEN: “Das Urteil ist, so wie das Verfahren, sehr solide. Es ist ein gutes Verfahren gewesen, auch immer fair für den Täter, das muss man auch ganz klar sagen. Richter Bührmann hat ihm immer wieder Brücken gebaut sich einzulassen, ehrlich zu sein, Taten zuzugeben. Das hat er nicht genutzt. Niels Högel ist ein Lügner geblieben bis jetzt zum Schluss und trägt jetzt die vollen Konsequenzen dafür. Und ich hoffe, dass er auch dementsprechend nie wieder in diesem Leben rauskommt.” – SCHNITT – “Die Justiz in Oldenburg hat massiv die Aufklärung dieses Verfahren über all die Jahre behindert, versaubeutelt, nicht gewollt, nicht gekonnt. Das, was hier die letzten Jahre passiert ist, und auch aufbereitet wurde in diesem Prozess, das sind Fakten, die seit 2005 ganz klar bei der Polizei und bei der Staatsanwaltschaft bekannt waren.”

Von: reuters

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